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Welterbestadt Stralsund : Robuste Rügenbrücke

vom
Aus der Onlineredaktion

Strelasundquerung sorgt für Verkehrsentlastung – in den Augen von Umweltschützern aber auch für zusätzliche Belastungen

svz.de von
erstellt am 05.Okt.2017 | 21:00 Uhr

Aus der Skyline der Welterbestadt Stralsund ist die Rügenbrücke mit ihrem markanten Pylon nicht mehr wegzudenken. Nach Einschätzung von Ingenieuren und dem Verkehrsministerium hat sich die 4,1 Kilometer lange Verbindung, die vor zehn Jahren in Betrieb ging, bewährt. Als wichtigste Verbindung von Stralsund zur Ostseeinsel Rügen habe sie sich als robustes und gutmütiges Bauwerk erwiesen, sagte der damalige Bauoberleiter Ulrich Gawlas gestern. Die Reparaturanfälligkeit gehe gegen Null.

Nach Einschätzung des Verkehrsministeriums trägt die Brücke als Anbindung an die A 20 zu einer wesentlichen Entlastung der Straßen vor allem in Stralsund bei. Die Öffnung der Klappbrücke am Ziegelgraben habe in der Urlaubszeit zu langen Rückstaus in Stralsund geführt. Täglich fahren rund 15 000 Fahrzeuge über das Bauwerk, in den Sommermonaten sind es bis zu 25 000. Die Rügenbrücke mit ihrer dritten Fahrspur könne die Verkehrsschwankungen zwischen Sommer und Winter sehr gut auffangen, sagte der Leiter des Stralsunder Straßenbauamtes, Ralf Sendrowski. Die Rügenbrücke wurde 2007 als ingenieurstechnische Meisterleistung gefeiert. Die etwa 4,1 Kilometer lange Verbindung über den Strelasund kostete rund 125 Millionen Euro.

Die Umweltverbände sehen den Bau deutlich kritischer: Die Rügenbrücke sei der Beginn der verkehrspolitischen Fehlentscheidungen auf der Insel gewesen, sagte die Landesvorsitzende des BUND, Corinna Cwielag. Mit der Brücke und der nachfolgenden Bundesstraße B 96n seien großflächig Ackerflächen und Biotope zerstört und Bäume gefällt worden. Die Verkehrsprobleme blieben ungelöst, Staus verlagerten sich auf die Insel. Neuester Kritikpunkt ist die B 96 nördlich von Bergen. „Um die Straße für den Schwerlastverkehr zu verbreitern und die Geschwindigkeit von Tempo 80 auf 100 zu erhöhen, mussten dort 108 Bäume fallen.“  Die Zeitersparnis betrage gerade mal 25 Sekunden.   

In den Bau der Brücke gingen damals eine Vielzahl technologischer Neuerungen ein: Bundesweit erstmalig wurden für die zum Mittelpfeiler führenden Seilpaare Litzenbündel verwendet. Die besonderen Windschutzwände hätten ihren Zweck erfüllt. Im Gegensatz zu anderen Küstenbrücken sei die Rügenbrücke kaum für Lastwagen gesperrt gewesen, sagte Gawlas.

In Stralsund sind zum 10. Jubiläum mehrere Veranstaltungen geplant. So überqueren am 14. Oktober die Radler der 23. „Tour d’Allée“ und die Läufer des Rügenbrücken-Marathons das Bauwerk.

 

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