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Massnahme gegen Milchkrise : Rinderzüchter fordern Exporthilfe

vom
Aus der Onlineredaktion

Milchkrise zwingt 60 Betriebe in die Knie. Rinderzuchtverband berät Zukunft

svz.de von
erstellt am 01.Feb.2017 | 20:45 Uhr

Die Rinderzüchter in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt haben trotz Milchkrise ihren Umsatz ausgebaut, fordern aber beim Export mehr politische Unterstützung. „Russland und Nordafrika sind als wichtige Exportmärkte durch unglückliche politische Entscheidungen stark gestört“, sagte Andreas Schulz als Vorstandsvorsitzender des Rinderzuchtverbandes Mecklenburg-Vorpommern gestern auf der Generalversammlung in Güstrow. Die Rinderzüchter betreiben mit der Rinderallianz GmbH eine gemeinsame Firma mit 200 Mitarbeitern an drei Standorten.

Diese habe den Umsatz 2015/16 gegenüber dem Vorjahr um rund eine Million Euro auf 78 Millionen Euro steigern können. Im Vorjahr hätten in Mecklenburg-Vorpommern etwa 60 Milchviehhalter mit rund 10 000 Kühen ihren Betrieb aufgegeben. In Sachsen-Anhalt gaben auch 60 Betriebe mit rund zehn Prozent des Gesamtkuhbestandes auf.

„Das Bauernsterben geht weiter“, erklärte Schulz. Der Rückgang sei doppelt so hoch, wie im Jahr davor. Experten erwarten, dass sich der Strukturwandel noch fortsetzt, bei dem kleinere Tierhalter aufgeben und große Betriebe weiter wachsen, erläuterte Rinderallianz-Geschäftsführerin Sabine Krüger.

Der MV-Verband habe den Bauern unter anderem mit 80 000 Portionen Bullensperma zum halben Preis zur Besamung der Kühe geholfen. „Das hat fast jeder Rinderhalter in Anspruch genommen“, erklärte Krüger.

Dies entspreche rund 800 000 Euro Finanzhilfe, die beim Überschuss fehlten. Das könne man nicht jedes Jahr tun. Trotz der schwierigen Situation habe die Rinderallianz auch im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Überschuss von
140 000 Euro erwirtschaftet.

Bei den Hauptgeschäftsfeldern gab es beim Samenverkauf einen Rückgang von 3,4 Prozent, was durch einen deutlich höheren Verkauf von Zuchttieren ausgeglichen werden konnte. Im Vorjahr wurden rund 97 000 Zuchtrinder verkauft, etwa acht Prozent mehr. Hauptexportland sei Polen.

Um Geld zu sparen hat die Rinderallianz rund 170 Zuchtbullen in Woldegk (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) für die Produktion von Rindersamen konzentriert.

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