Zu kompliziert und teuer : Riester-Verträge liegen häufig auf Eis

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Jeder fünfte Sparer zahlt nicht mehr ein.

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04. April 2018, 05:00 Uhr

Bei den Deutschen schwindet das Vertrauen in die Riester-Rente als private Altersvorsorge. Jeder fünfte der etwa 16,5 Millionen abgeschlossenen Riester-Verträge ruht, wie aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion im Bundestag hervorgeht. Danach gehen auf 3,3 Millionen Verträge überhaupt keine Zahlungen mehr ein. Bei weiteren 20 Prozent der Verträge sind die Einzahlungen so gering, dass der Anspruch auf staatliche Förderung nur noch teilweise in Anspruch genommen werden kann.

„Zu kompliziert und teilweise zu teuer – die Kritik von vielen Verbrauchern an den Riester-Modellen ist berechtigt“, sagte gestern Axel Drückler, Finanzexperte bei der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern gegenüber unserer Redaktion. Wer aktuell die 175 Euro staatliche Zulage pro Jahr erhalten will, muss vier Prozent seines Jahreseinkommens in den Vertrag einzahlen. Das ist in Ländern mit niedriger Einkommensstruktur für viele Menschen schwierig. Leichter haben es nur Sparer mit Kindern, da steuert der Staat jährlich 300 Euro pro Kind zusätzlich zur Riester-Rente bei.

Zudem würden von der Finanzbranche Produkte zur Altersvorsorge angeboten, die die Erwartungen nicht erfüllen. „Wir brauchen deshalb staatliche Vorgaben für kosteneffiziente Riester-Angebote, sonst wenden sich die Verbraucher ab“, so Drückler.

Ein Renner war die Riester-Rente in Mecklenburg-Vorpommern nie. Nach einer Umfrage des Marktforschungsinstitut YouGov nutzen nur 15 Prozent der Erwachsenen im Land die Riester-Rente zur Altersvorsorge. An der Umfrage haben 2017 bundesweit 2140 Menschen teilgenommen. Die Studie ergab aber auch, dass 80 Prozent aller Mecklenburger und Vorpommern sich um ihren Lebensstandard im Alter sorgen. Die Riester-Rente wurde 2002 eingeführt, um mit einer staatlich geförderten Vorsorge die von der Politik erwartete Rentenlücke zu schließen.

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