Naturdenkmale in MV : Riesensteine und Gespensterwald

 
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Der Friedländer Steffen-Verlag hat den Naturdenkmalen zwischen Seenplatte und Kap Arkona ein neues Buch gewidmet.

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23. März 2016, 12:00 Uhr

Sie sind hunderte Jahre alt, heißen Buskam, Gespensterwald oder Prangerlinde und haben eines gemeinsam: Es gibt viele Sagen über ihre Entstehung. Der Friedländer Steffen-Verlag hat den Naturdenkmalen zwischen Seenplatte und Kap Arkona ein neues Buch gewidmet. Es heißt „50 sagenhafte Naturdenkmale in Mecklenburg-Vorpommern“ und wurde gerade auf der Leipziger Buchmesse vorgestellt.

Das Spektrum reicht von Königsstuhl und Opferstein Quoltitz auf der Insel Rügen, über uralte Kirchlinden in Zurow und Reinberg, dem „Großen Stein“ Altentreptow, „1000-jährige Eichen“ bis zu den Elbtaldünen bei Klein Schmölen. Gestern wurde das Buch in Neubrandenburg vorgestellt.

Mit der Arbeit wird eine Lücke geschlossen, heißt es beim Landestourismusverband. „Das Gros der Touristen kommt vor allem wegen der Natur in den Nordosten“, sagte Verbandssprecherin Katrin Hackbarth. Auf den Messen wirbt der Verband derzeit selbst mit den „Sieben Naturwundern“ um Gäste.

Autor des Buches, das von misslungen Findlingswürfen des Teufels und anderen Sagen berichtet, ist der Neubrandenburger Tierarzt Waldemar Siering. „Ich habe die Geschichten schon als Junge gesammelt“, sagt der 69-Jährige. Etwa 600 solcher Naturdenkmale sind in MV aufgelistet. „Das Schwerste an diesem Buch war das Weglassen“, erklärte der Naturliebhaber. Siering stammt aus der Region Güstrow und hat als Tierarzt ganz Mecklenburg-Vorpommern gesehen.

„Und bei der Arbeit, wenn ich mich mit Rindern oder Hunden beschäftigte, sind die Leute ins Erzählen gekommen.“ So erfuhr Siering, dass der 1600 Tonnen schwere Findling Buskam, der östlich von Rügen aus der Ostsee ragt, einst als Ausflugsziel für frisch getraute Brautpaare von der Halbinsel Mönchgut gedient haben soll. Der Riesenstein aus Hammergranit wurde in der Bronzezeit auch als Kultstätte genutzt. Als der nach dem Buskam zweitgrößte Findling im Norden Deutschlands gilt Experten zufolge der „Große Stein am Klosterberg“ von Altentreptow. „Die Leute dort sollen mit dem Teufel in Streit geraten sein, weil ihre Kirche einen viel zu hohen Turm hatte“, erläutert Siering eine Sage. Der Teufel habe von Neubrandenburg einen Riesenstein geworfen und den Kirchturm verfehlt, so dass der „Große Stein“ am Klosterberg landete. Das Naturdenkmal beeindruckte 1915 die Politik so, dass er zum „Bismarckstein“ erklärt wurde. Sein Relief wurde aber 1959 auf Befehl der Staatssicherheit entfernt.

Sagenhaftes wird auch über die Ivenacker Eichen berichtet, die zu den größten Europas gezählt werden. So sollen sieben Nonnen vom Kloster Ivenack ihr Gelübde gebrochen haben. Zur Strafe seien sie in Eichen verwandelt worden.

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