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Neustrelitz : Riesenantenne für mehr Sicherheit auf See

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Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt will mit neuer Anlage für mehr Sicherheit auf den Meeren sorgen.

svz.de von
erstellt am 04.Mai.2016 | 19:30 Uhr

Das Fernerkundungsdatenzentrum in Neustrelitz (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) kann jetzt deutlich mehr Satellitendaten verarbeiten. Grund ist eine neue und deutlich größere Antennenanlage, die am Mittwoch feierlich vor rund 70 Gästen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Betrieb genommen wurde. Den symbolischen Start übernahmen die DLR-Vorstandvorsitzende Pascale Ehrenfreund und Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD). Die Neustrelitzer Bodenstation sei seit vielen Jahren einer der wichtigen Knoten im weltweiten Netzwerk von Empfangsstationen für Satellitendaten, erklärte Sellering.

Der neue Parabolspiegel ist mit 11 Metern Durchmesser mehr als doppelt so groß wie die bisherigen Systeme. Damit kann im gleichen Zeitraum das Vierfache an Daten empfangen werden, erklärte eine DLR-Sprecherin. Zugleich sinke die Fehlerquote. Die neue „Triband-Antenne“ kostete mit Aufbau rund 3,2 Millionen Euro, wovon das Land Mecklenburg-Vorpommern rund zwei Millionen Euro übernahm.

Aufbau und Probephase dauerten rund ein Jahr.

Beim Triband-System kann eine Antenne in drei Frequenzbereichen arbeiten. Die Arbeiten der Neustrelitzer Forschungsstelle im Verbund „Maritime Sicherheit“ fließen in die Sicherung der Schifffahrt und den Schutz der Meere und Küstengewässer ein. So können Behörden bei der Bekämpfung verbotener Aktivitäten, wie der Verklappung von gefährlichen Stoffen, illegaler Fischerei und Piraterie unterstützt werden.

Die Erweiterung sei unter anderem nötig gewesen, weil mit dem europäischen Erdbeobachtungsprogramm Copernicus und vielen neuen nationalen und internationalen Satellitenmissionen ein neues Kapitel der Erdbeobachtung begonnen habe. Die Datenflut zum Zustand des Ökosystems Erde hattee bereits zu Engpässen geführt, so dass die  Antennensystem erweitert werden mussten.

Die Neustrelitzer arbeiten beim Verbund „Maritime Sicherheit“ mit Bremen, Braunschweig, Oberpfaffenhofen sowie dem „Forschungshafen Rostock“ zusammen. Das DLR ist das nationale Forschungszentrum Deutschlands für die Luft- und Raumfahrt und hat rund 8000 Mitarbeiter an 16 Standorten. Die Station Neustrelitz hat 60 Mitarbeiter und ist neben Oberpfaffenhofen (Bayern) das zweite DLR-Fernerkundungsdatenzentrum. 

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