Ratgeber : Richtig reagieren bei Gewitter

Bei heftigen Gewittern und Starkregen sind immer wieder die Feuerwehren gefragt. Foto: dpa
Bei heftigen Gewittern und Starkregen sind immer wieder die Feuerwehren gefragt. Foto: dpa

Wieder haben Sommergewitter und Starkregen in vielen Bundesländern Polizei und Feuerwehren in Atem gehalten. Einen umfassenden Schutz bei Gewitter bieten allerdings nur ein Haus mit einer Blitzschutzanlage oder ein Auto.

svz.de von
06. Juli 2012, 09:13 Uhr

Wieder haben Sommergewitter und Starkregen in vielen Bundesländern Polizei und Feuerwehren in Atem gehalten. Tausende Notrufe gingen ein, ebenso viele Einsatzkräfte kümmerten sich in der Nacht zu gestern und am Morgen um überflutete Straßen, weggespülte Gullideckel und entwurzelte Bäume.

Einer der am stärksten betroffenen Orte war Lübben im Landkreis Dahme-Spreewald. Dort registrierte der Deutsche Wetterdienst Niederschlagsmengen von bis zu 67 Litern pro Quadratmeter. Auch in Boizenburg (Landkreis Ludwigslust-Parchim) stand das Wasser an mehreren Stellen zentimeterhoch. Die Regenabläufe hatten die rund 40 Liter Regen, die pro Quadratmeter gefallen waren, nicht geschafft. In der Sporthalle der Stadt löste ein Blitzschlag die Brandmeldeanlage aus.

Am Flughafen Frankfurt fielen nach Polizeiangaben 27 Flüge aus, 25 Maschinen wurden zu anderen Flughafen umgeleitet. An der Universität Dortmund stürzten Teile einer Zwischendecke ein. Dabei sei niemand verletzt worden, sagte Feuerwehrsprecher Boris Thiemrodt.

Auch in den nächsten Tagen soll sich die Serie der Sommergewitter fortsetzen. Diese können - egal ob man davon im Wald, im Wasser oder in den Bergen überrascht wird - gefährlich sein. Wer in ein Gewitter kommt, sollte daher möglichst schnell Schutz suchen. "Sonst besteht die Gefahr, von einem Blitz getroffen zu werden", sagt Carsten-Michael Pix vom Deutschen Feuerwehrverband in Berlin. Einen umfassenden Schutz bei Gewitter bieten allerdings nur ein Haus mit einer Blitzschutzanlage oder ein Auto. Wer im Freien unterwegs ist, sollte ein paar Regeln beachten.

Wasser verlassen

Baden im Freien kann lebensgefährlich werden, wenn es blitzt und donnert. "Zieht ein Unwetter auf, sollte man so schnell wie möglich das Wasser verlassen", rät Pix. Da Wasser leitfähig ist, sei die Gefahr für Menschen durch Blitze sehr groß. Während eines Unwetters sollten deshalb nicht nur Seen, Flüsse und das Meer, sondern auch Freibäder gemieden werden.

Bäume meiden

"Der Blitz sucht sich immer den einfachsten Weg", erklärt Pix. Meist schlage ein Blitz daher in hohe Objekte ein. "Deshalb sollte man auch nicht unbedingt unter einem Baum Schutz suchen." Schlage der Blitz ein, könnten Äste herabfallen oder sogar der ganze Baum umfallen. Außerdem werde der Strom in den Boden geleitet. "Und dann kommt er da an, wo man ungefähr steht." Gleiches gelte auch für Masten. Generell sollte während eines Gewitters von höheren Objekten Abstand gehalten werden.

In die Hocke gehen

"Man sollte dem Blitz möglichst wenig Angriffsfläche bieten", erklärt Pix. Sein Rat: "Hocken Sie sich hin, legen Sie Arme und Beine eng an den Körper und stellen Sie die Füße so eng wie möglich." Denn so sei man möglicherweise kleiner als eine Hecke oder ein kleiner Baum. Die dicht beieinander gestellten Füße sorgten dafür, dass zwischen diesen keine lebensgefährliche Spannung entstehe. Das Fahrrad oder das Motorrad sollten bei einem Gewitter auch besser abgestellt werden.

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