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Mecklenburg-Vorpommern

24. September 2017 | 21:22 Uhr

Heiligendamm : Richtfest für Villa Greif

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die sieben Villen der Perlenkette in Heiligendamm standen jahrelang heruntergekommen am Strand der Ostsee. Seit 2013 ist das erste Haus der Reihe, die Villa Perle, fertig. In Kürze folgt das zweite.

svz.de von
erstellt am 01.Jul.2017 | 09:00 Uhr

Am Strand von Heiligendamm ist am Freitag Richtfest bei der zweiten Villa der historischen Perlenkette, der Villa Greif, gefeiert worden. In dem 1854 errichteten Logierhaus entstehen originalgetreu und denkmalgerecht sechs Eigentumswohnungen.

Bauherr ist die Entwicklungs-Compagnie Heiligendamm (ECH), ein Unternehmen des Investors Anno August Jagdfeld. Vor vier Jahren war das erste der sieben Häuser umfassenden und weitgehend heruntergekommenen Perlenkette fertiggestellt worden. Allerdings war die Villa Perle im Zuge des G8-Gipfels 2007 abgerissen und dann wieder vollständig aufgebaut worden, sagte ECH-Geschäftsführer Heiner Zimmermann. Die Villa Greif werde im Gegensatz dazu im Bestand saniert. Dies sei deutlich aufwendiger und erfordere viel Handarbeit.

Die Fertigstellung sei für 2018 vorgesehen.

Die Perlenkette umfasst sieben Strandvillen entlang der Küste. Die Wohnungen der Villa Perle sind inzwischen bewohnt, die anderen sechs Gebäude sowie die dahinter gelegenen Kolonnaden stehen seit Jahren leer. Mit dem „Haus Krone“ und dem „Marien Cottage“ sind allerdings zwei andere Villen auf dem weitläufigen Gelände in den vergangenen Jahren saniert worden.

Jagdfeld zeigte sich zufrieden, dass es in Heiligendamm nun konsequent weitergeht. Mit dem Haus Möwe sei schon das nächste Haus in der Restaurierung und die Planungen für zwei weitere Villen laufen. Hintergrund der positiven Entwicklung sei, dass inzwischen Rechtssicherheit bestehe. Er ging davon aus, dass dies die Investoren positiv stimme. Das Verwaltungsgericht Schwerin hatte im Dezember 2013 den zwischenzeitlichen Baustopp für die Perlenkette rechtswidrig erklärt. Durch die anschließende Mediation sei ein vernünftiges Miteinander erreicht worden, sagte Jagdfeld.

Ein weiteres Ergebnis der Mediation sei gewesen, dass die Perlenkette bis zum Jahr 2022 fertiggestellt sein soll, sagte Bad Doberans Bürgermeister Thorsten Semrau (parteilos). Es gebe inzwischen regelmäßige Gespräche unter allen Beteiligten. In Kürze stehe auch die Entscheidung der Stadtvertreter an, mit der auf den über Jahre umstrittenen Stichweg über das Hotelgelände verzichtet werden soll.

Die Jagdfeld-Gruppe hatte 1996 den Großteil der zu Heiligendamm gehörenden Immobilien erworben. Es wurden rund 220 Millionen Euro investiert. Rund 1900 Anleger hatten in den geschlossenen Immobilienfonds „Fundus 34“ 135 Millionen Euro eingebracht, sie verloren jedoch bei der Insolvenz 2012 den Großteil des Geldes.„Die Anleger haben mit mir gelitten und haben hoch anerkannt, dass ich den Fonds mit eigenen Mitteln selber am Leben erhalten habe“ sagte Jagdfeld. Das würde ein Geschäftsführer normalerweise nicht tun. Aber es bleibe enttäuschend: „Es hätte mit einer anderen Unterstützung der Politik besser laufen können.“

 

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