Goldberger Discoveryland : Richter stoppen Freizeitpark

Bisher nur auf dem Papier: So sollte der Show-Park aussehen.
Bisher nur auf dem Papier: So sollte der Show-Park aussehen.

Ruhe im Spaßparadies: Einer der umstrittensten Freizeitparks in MV steht vor dem endgültigen Aus. Das Oberverwaltungsgericht Greifswald hat den Bebauungsplan für den Vergnügungspark Discoveryland in Goldberg kassiert.

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23. Mai 2013, 06:43 Uhr

Goldberg | Ruhe im Spaßparadies: Einer der umstrittensten Freizeitparks in MV steht vor dem endgültigen Aus. Das Oberverwaltungsgericht Greifswald hat den Bebauungsplan für den Vergnügungspark Discoveryland in Goldberg (Landkreis Ludwigslust-Parchim) kassiert. Nach einer mündlichen Verhandlungen erklärten die Richter den Plan für unwirksam. Das Gericht habe u. a. formale Fehler bei der Bekanntmachung festgestellt, teilte Gerichtssprecherin Dorothea ter Veen gestern in Greifswald. Zudem sei die im B-Plan vorgesehene Begrenzung der Bettenzahl für unzulässig erklärt worden. Auch habe es die Gemeinde versäumt, verschiedene Erschließungsmöglichkeiten zu prüfen. Ein benachbarter Campingplatzbetreiber hatte ein Normenkontrollverfahren (AZ: 3K6/09) angestrengt und die Planungsfehler bemängelt.

Die Parkpläne sorgen seit Jahren in der Region für Aufregung: Die Projektbetreiber hatten Investitionen von 125 Millionen Euro und 300 neue Jobs in dem Showpark nach US-Vorbild in Aussicht gestellt. Die Planer rechneten mit bis zu einer Million Besuchern. Das Land hatte eine millionenschwere Förderung erwogen, Ex-Bauminister Otto Ebnet (SPD) 2007 ein Raumordnungsverfahren eingeleitet. Kritiker hatten die Planungen hingegen für völlig unrealistisch angesehen und starke Eingriffe in die Natur befürchtet. Auf dem ehemaligen Militärgelände waren u. a. Feriendörfer, eine Piratenstadt und Jugendherberge, ein Zeltplatz, Amphitheater, eine Waterworld-Show, Reitanlagen, eine Goldgräbermine und ein Wasserparadies vorgesehen. Am Goldberger See sollte zudem ein kleiner Hafen entstehen. Ursprünglich war für 2008 der Baustart angekündigt worden, 2010 sollte der Park öffnen - Fehlanzeige. Vielmehr blieb Projektplaner Ulrich Kleist die Investitionen schuldig. Auch von den Kapitalgebern fehlt jede Spur. Das Schweriner Wirtschaftsministerium lehnte 2010 den Förderantrag ab.

Kleist war gestern nicht zu erreichen. Auch die Geschäftsführerin der Projektgesellschaft, Jutta Bauer, wollte das Urteil nicht kommentieren. Der betroffene Campingplatzbetreiber und Kläger Dietmar Dethloff begrüßte hingegen das Urteil. Die Stadt habe versucht, das Projekt mit einem mangelhaften Planungsverfahren durchzudrücken. Er sei froh, dass nun massive Eingriffe in die Natur verhindert werden konnten. Eine Achterbahn, der Lärm Tausender Besucher hätte die Region zerstört, so Dethloff.

Mit dem Urteil wird der Bau des Parks immer unrealistischer. Ein herber Rückschlag für die Stadt, meinte Bauamtsleiter Gerd Wüster. Das Projekt hätte neue Jobs, Aufträge und Arbeit nach Goldberg gebracht. "In der Stadt wären die Karten neu gemischt worden", meinte er: "Das wäre die letzte Chance für die Stadt gewesen. Das hat sich nun alles erledigt." Wüster zufolge hat das anhängige Gerichtsverfahren die Investorensuche stark behindert. Zwar gebe es noch keine Entscheidung des Investors. Notwendig wäre aber ein neuer Bebauungsplan. Für das Verfahren müsse man mit bis zu zwei Jahren rechnen.

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