zur Navigation springen

Wasserschutzpolizei : Rettungswesten sind Pflicht an Bord

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Wasserschutzpolizei sorgt für Ordnung auf den Seen und Flüssen in Mecklenburg-Vorpommern / Sportboote sind häufig in Unfälle verwickelt

svz.de von
erstellt am 12.Mai.2014 | 12:00 Uhr

Vorsichtig manövriert Polizeihauptmeister Klaus Kruzik von der Wasserschutzpolizei Waren rückwärts das Streifenboot aus dem engen Tor des Bootshauses. Eine Drehung und die Schicht auf der Müritz beginnt. Sein Kollege für diesen Einsatz, Dietmar Krey, verknotet die restlichen Seile, um das Boot sicher zu machen. Ruhig liegt der knapp 110 Quadratkilometer große See vor den beiden.

Die Wasserschutzpolizei von Mecklenburg-Vorpommern sichert insgesamt eine Fläche von 1271 Quadratkilometern Binnengewässer, 7732 Quadratkilometer Küstenmeer sowie 2052 Seen ab. Hinzu kommen noch eine 1350 Kilometer Gesamtlänge der Flüsse im Land und die 412 Kilometer langen fließenden Bundeswasserstraßen.

Diese Gebiete werden von den sieben Polizeiinspektionen abgedeckt und regelmäßig befahren. Die Gesamtfläche, die von der Warener Wasserschutzpolizei bewacht wird, umfasst 5469 Quadratkilometer. „Es wird nicht selbstverständlich nur gewartet, bis ein Notruf eintrifft. Wir fahren wie die Verkehrspolizei Streife, um Gefährdungen auf dem Wasser festzustellen und präventiv zu verhindern“, erklärt Polizeihauptkommissar Ingo Hagen.

Zu Beginn der Schicht machen sich Klaus Kruzik und Dietmar Krey auf den Weg zum Warener Hafen. „Durch die engen Gassen passieren dort häufig Unfälle, deswegen sehen wir am Anfang des Tages nach dem Rechten“, sagt Kruzik. Dies geschehe vor allem den Hobby-Kapitänen von Charter- oder Sportbooten, die vor allem nach dem Osterfest ihre Touren drehen.

In Waren wurden im vergangenen Jahr 73 Sportbootunfälle registriert, damit ist die Polizeiinspektion in der Mitte des Landes trauriger Spitzenreiter. Gefolgt von Stralsund mit 30 und Sassnitz mit 18 Sportbootunfällen. In ganz MV waren es 169.

„Daran kann man erkennen, wie viele dieser Boote auf unseren Gewässern unterwegs sind, da viele Leute Urlaub auf dem Wasser machen wollen, und die Boote zum Teil auch von unerfahrenen Bootsführern gesteuert werden“, sagt Ingo Hagen. Zwar gebe es immer eine Einweisung, doch auch erfahrene Kapitäne kennen das Boot nicht und vielen fehle die Erfahrung.

Routine bei der Arbeit haben Klaus Kruzik und Dietmar Krey nach vielen Jahren in Waren. Kruzik ist schon zu DDR-Zeiten zur See gefahren. Für einige Jahre ging er dann zur Polizei, und als nach der Wende die Wasserschutzpolizei in Waren Unterstützung suchte, bewarb er sich für diesen Job. „Man kommt nicht von dem Wasser los“, sagt er schmunzelnd. Krey hat sich 1990 nach seiner Arbeit bei der Feuerwehr für die Wasserschutzpolizei entschieden. Trotz des unterschiedlichen Werdeganges sind beide Beamte für die Steuerung des Streifenbootes berechtigt. „Wir wechseln uns regelmäßig ab, damit jeder mal das Wasser und die Sonne genießen kann“, erzählt Krey lachend.

Nach der Kontrolle des Hafens geht es hinaus auf die Müritz. Die beiden entschließen sich, das näher kommende Charterboot anzuhalten und zu kontrollieren. „Wer auf dem Außenbereich des Bootes arbeitet, der muss eine Rettungsweste tragen, manchmal gibt es gar keine auf dem jeweiligen Gefährt“, verrät Kruzik. Das Streifenboot wird langsamer und der Polizist fordert den Schiffführer per Lautsprecher auf, heranzufahren und zu stoppen.

Langsam fährt das Charterboot auf das Streifenboot zu und macht Backbord – an der linken Seite – fest. „Papiere und Schwimmwesten vorzeigen, bitte“, fordert Krey die Anwesenden auf. Er geht die Lizenzen durch und kontrolliert die Schwimmwesten akribisch auf Löcher und das vorgeschriebene Körpergewicht. „Am besten sind Westen, die für Kinder und Erwachsene gleichermaßen geeignet sind.“ Anschließend verabschieden sich die Männer höflich und das Charterboot fährt in Richtung Hafen.

Klaus Kruzik steuert das Streifenboot dagegen auf die Müritz, um weitere Kontrollen durchzuführen. „Klar wollen wir, dass die Urlauber gerne herkommen, aber es muss sicher auf dem Wasser bleiben“, sagt Kruzik.

In der Bootsaison führen die Beamten fast 30 Kontrollen am Tag durch. „Dass so viele unterwegs sind, kann ich verstehen – es ist ein schöner Arbeitsplatz hier“, resümiert Kruzik.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen