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Mecklenburg-Vorpommern

18. Dezember 2017 | 23:32 Uhr

Dömitz : Rettungshelfer als Brandstifter?

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Richter erließ Haftbefehl / Schon seit 2013 in Ludwigslust einschlägig bekannt

von
erstellt am 24.Jul.2015 | 06:30 Uhr

Er hat irgendwie ein Helfersyndrom. Scheinbar deshalb arbeitete der junge Mann schon seit seinem 18. Lebensjahr ehrenamtlich beim DRK in Dömitz. Doch der „Rettungsengel“ hat leider auch noch eine andere Seite: Er zündelt offenbar gerne. Zuletzt hielt er Polizei und Feuerwehr im Landkreis Lüchow-Dannenberg in Atem. Polizeisprecherin Antje Freudenberg von der Polizeiinspektion Lüneburg sagte gestern Nachmittag auf SVZ-Anfrage: „Der Mann hat eingeräumt, vier unbewohnte Häuser und zwei Scheunen in Brand gesteckt zu haben. Ein Richter erließ Haftbefehl.“ Demnach sitzt der aus Dömitz stammende Mann jetzt in der Justizvollzugsanstalt in Lüneburg.

Der mutmaßliche Brandstifter ist auch für die Ludwigsluster Polizei kein Unbekannter. Laut Polizeiinspektion Ludwigslust hatte er einst zugegeben, im Jahre 2013 in Karstädt eine Strohmiete angezündet zu haben. Inzwischen stehen die Ludwigsluster Ermittler mit ihren Kollegen in Niedersachsen in Kontakt. Polizeisprecher Klaus Wiechmann von der Polizeiinspektion Ludwigslust: „Wir prüfen, ob der Mann für weitere Brandstiftungen in unserer Region in Frage kommt.“

Nachdem er damals als Brandstifter ermittelt worden war, verließ der heute 24-jährige Dömitzer laut Zeugen das hiesige DRK und ging in den Landkreis Lüchow-Dannenberg nach Niedersachsen. Auch dort arbeitete er offensichtlich als ehrenamtlicher Rettungshelfer. Im Landkreis Lüchow-Dannenberg begann dann im Juni diesen Jahres eine Brandserie.

Laut Polizei brannten am 16. Juni ein ehemaliges Hotel, am 1. und 9. Juli jeweils eine Scheune und zwischen dem 1. und 21. Juli in drei Ortschaften jeweils leer stehende Wohnhäuser. Er geriet in das Blickfeld der niedersächsischen Ermittler, weil er sich bei den Bränden „auffällig“ verhalten habe. Am vergangenen Dienstag sei seine Wohnung durchsucht und er zu den Bränden vernommen worden. Wie die Ludwigsluster Kripo, untersucht nun auch die Lüneburger Polizei, ob der Verdächtige für weitere Brände in der dortigen Region in Frage kommt.

Zurück zum erwähnten Helfersyndrom. Der mutmaßliche Brandstifter hat sich sogar als Stammzellspender registrieren lassen, um krebskranken Menschen helfen zu können. Wie Zeugen sagen, hätte der 24-Jährige immer ein Lächeln gehabt und sei zu jedermann freundlich gewesen. Allerdings scheint er auch ein gewisses Geltungsbedürfnis zu haben. So schildern Zeugen, dass er in der Dömitzer Region einmal im Privatauto mit selbstgemaltem Schild, das ihn als Retter ausweisen sollte, und eigenem Blaulicht unterwegs gewesen sei.

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