Hauptsitz seit März in Bad Doberan : Rettungsdienste fusionieren ab Januar

Marita Fork arbeitet in der Leitstelle des Landkreises in Bad Doberan. Foto: Regina Mai
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Marita Fork arbeitet in der Leitstelle des Landkreises in Bad Doberan. Foto: Regina Mai

Eher unspektakulär für die Öffentlichkeit wird im neuen Großkreis das Zusammenlegen der beiden Eigenbetriebe Rettungsdienst Güstrow und Bad Doberan vollzogen. Endgültig wird das am 1. Januar 2013 sein.

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27. Juli 2012, 11:20 Uhr

Güstrow/Bad Doberan | Eher unspektakulär für die Öffentlichkeit - im Gegensatz zum Sozialamt des Landkreises (wir berichteten) - wird im neuen Großkreis das Zusammenlegen der beiden Eigenbetriebe Rettungsdienst Güstrow und Bad Doberan vollzogen. Endgültig wird das - vorausgesetzt der Kreistag beschließt diesen vorgeschlagenen Zeitplan am 5. September - am 1. Januar 2013 sein.

Die wichtigste Information für den Bürger des Landkreises ist dabei: Es ändert sich am Einsatz der Rettungskräfte nichts. Ralf-Peter Odebrecht, Leiter beider Eigenbetriebe: "Jetzt und auch ab 1. Januar garantieren wir rund um die Uhr an jedem Tag den Einsatz aller Rettungskräfte, Ärzte, der Feuerwehr und des Katastrophenschutzes." D.h., dass dann im gesamten Landkreis aber auch gleiche Leistungen für alle Bürger angeboten werden. Jetzt z.B. kostet der Einsatz eines Notarztes in Güstrow 396 Euro und in Bad Doberan 365 Euro. Das wird ab 1. Januar einheitlich sein. Dazu verhandelt der Eigenbetrieb mit den Sozialleistungsträgern die Verträge mit den Kosten aus, so Odebrecht. Es sei allerdings, räumt er ein, nicht immer einfach, Bedarf, Wirtschaftlichkeit und Vorschriften unter einen Hut zu bekommen.

Gesamtbudget ab 1. Januar beträgt 14,8 Millionen Euro

Das Gesamtbudget ab 1. Januar für den Eigenbetrieb Rettungsdienst des Landkreises Rostock soll dann 14,8 Millionen Euro betragen (bei der Luftrettung als Sonderaufgabe des Landkreises sind es 1,3 Millionen Euro). Odebrecht: "Ich gehe davon aus, dass das auskömmlich ist und wir damit eine solide finanzielle Grundlage haben, damit alle Rettungseinsätze organisiert und bezahlt werden können." Und Odebrecht nimmt auch jeder ängstlichen Frage nach weniger Rettungsmöglichkeiten den Wind aus den Segeln. "Die Vorgaben haben sich nicht negativ geändert (siehe Stichwort/Red.). Im Gegenteil: Nach intensiven Analysen haben wir Anfang des Jahres in Altkalen eine neue Notarztwache eingerichtet." Auch würden alle Rettungsmittelstandorte bleiben. Und: Wenn in Klueß ein medizinischer Notfall ist, kommt der Rettungswagen selbstverständlich weiter aus Güstrow und nicht eventuell aus Bad Doberan, was vielleicht mancher denkt, so Odebrecht. Das Netz der Rettungswachen ist über den gesamten Landkreis verteilt, insgesamt sind es 15.

Umzug nach Bad Doberan geht nicht ohne Probleme ab

Die Vorbereitungen für das Zusammenlegen begannen schon 2010. Ralf-Peter Odebrecht: "Ein Beispiel dafür ist, dass ich die beiden Eigenbetriebe bereits seit 1. Juni 2010 leite." Der zweite große Schritt, der allerdings von der Öffentlichkeit doch wahrgenommen und diskutiert wurde, war die Einrichtung der integrierten regionalen Rettungsleitstelle am 1. November 2010 in Bad Doberan. Auch hier gab es teilweise die bange Frage: Kann denn aus Doberan auch alles bis in die "letzte" Ecke des Ex-Kreises Güstrow erreicht werden, z.B. bei den vielen Nienhagens und Weitendorfs? "Ja", betont Odebrecht klar.

Für die endgültige Fusion am 1. Januar wurde im März auch ein dritter, größerer Schritt vollzogen. Odebrecht: "Seit März 2012 ist auch der Betriebssitz des Eigenbetriebes nach Bad Doberan verlegt worden. Das ist sinnvoll, weil dort auch schon die Leitstelle ist." Der Entscheidung, versichert Odebrecht, seien umfangreiche Prüfungen vorausgegangen inwieweit das die Variante ist, die technisch-organisatorisch und finanziell die beste sei. Fazit: "Der gemeinsame Standort Bad Doberan für Leitstelle und Verwaltung ist der betriebswirtschaftlich beste und garantiert auch die bedarfsgerechteste Variante."

Gearbeitet wird noch am endgültigen Personalkonzept. Es gehe um ca. 25 Mitarbeiter, die jetzt in Bad Doberan arbeiten würden, so Odebrecht. Er verhehlt aber nicht, dass es wegen der Verlegung Diskussionen gegeben habe, weil einige Mitarbeiter jetzt viel weitere Wege haben. "Auch auf mich trifft das zu, denn ich wohne in Krakow am See", sagt Odebrecht. Daher habe man das Problem offen kommuniziert. Er bestätigt, dass natürlich einige mit jetzt längeren Arbeitswegen hadern und er räumt auch ein, dass solche Entscheidungen nicht einfach seien. Er schildert dazu seine Position: "Ich musste und habe das akzeptiert. Es ist meine Arbeit und mit der verdiene ich Geld."

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