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Mecklenburg-Vorpommern

19. November 2017 | 02:27 Uhr

Notfälle : Rettung in zehn Minuten?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Landtag streitet über die Frist, in der Notfall-Helfer bei den Patienten sein können.

svz.de von
erstellt am 15.Okt.2014 | 20:45 Uhr

Zehn Minuten plus x: Die geplante Verlängerung der Frist, in der Notfallretter in Mecklenburg-Vorpommern am Einsatzort sein müssen, ist gestern im Landtag kontrovers diskutiert worden.

Die Opposition kritisierte das Vorhaben. Es weiche den jetzigen Standard auf. Nach dem Entwurf von Sozialministerin Birgit Hesse (SPD) für ein neues Rettungsdienstgesetz soll die zehnminütige Hilfsfrist künftig erst beginnen, wenn der Disponent in der Rettungsleitstelle einen Krankenwagen oder Rettungshubschrauber alarmiert hat.

In abgelegenen Gebieten gilt Frist nicht

Bisher beginnt die Frist, wenn in der Rettungsleitstelle der Notruf entgegengenommen wird. Es gibt aber auch abgelegenere Gebiete in Mecklenburg-Vorpommern, in denen die Zehn-Minuten- Frist nicht gilt.

Diese Sondergebiete sollen gestrichen werden, sagte Ministerin Hesse. Das bedeute eine Verbesserung gerade im ländlichen Raum. Um genügend Notärzte zur Verfügung zu haben, sollen die Krankenhäuser verpflichtet werden, bei Bedarf welche zu stellen. Zudem würden im Land Notfallsanitäter ausgebildet, sagte die Ministerin.

Karen Stramm (Linke) kritisierte die vorgesehenen Regelungen für die Wasserrettung. Die Retter hätten bei Notfällen am Strand und auf der Promenade weiterhin ein Problem. Verlassen sie den Wachturm, verstießen sie gegen ihren Vertrag, sagte sie. Helfen sie nicht, könnten sie unter Umständen wegen unterlassener Hilfeleistung belangt werden.

Auch der Bäderverband hat sich bereits kritisch geäußert. Die Grünen-Politikerin Silke Gajek forderte Maßnahmen, um Rettungskräften das Finden des Einsatzortes am Strand zu erleichtern. Über den Gesetzentwurf wird in den nächstenWochen in den Fachausschüssen des Landtags noch eingehend beraten.

Der CDU-Politiker Bernd Schubert sagte, die richtigen Hinweise würden in dieser Diskussion aufgenommen. Der SPD-Gesundheitspolitiker Julian Barlen versicherte, auch künftig könnten sich die Menschen im Land darauf verlasssn, im Notfall Hilfe zu bekommen.

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