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Stralsund : Rettung für Wandbild aus dem Mittelalter

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Ein mittelalterliches Wandgemälde in der Stralsunder Nikolaikirche drohte zu Staub zu zerfallen. Mit Fischleim wurde das wertvolle Bild in letzter Minute gerettet. Es war erst Anfang des 20. Jahrhunderts entdeckt worden.

svz.de von
erstellt am 15.Feb.2013 | 10:45 Uhr

Stralsund | Restauratoren haben mit Hilfe von Fischleim ein mittelalterliches Wandgemälde in der Stralsunder Kirche St. Nikolai vor dem Zerfall gerettet. Die Darstellung des Martyriums des Heiligen Georgs an der Südseite des Kirchenbaus hatte sich wegen eindringender Feuchtigkeit in großflächigen Schollen vom Putz gelöst und drohte abzufallen, wie Restauratorin Anne Hippe gestern zum Abschluss der Restaurierungsarbeiten sagte. Die Darstellung aus dem ausgehenden 14. Jahrhundert sei eine der seltenen mittelalterlichen Abbildungen des Georgsmartyriums im norddeutschen Raum.

Mit Hilfe von Leim, der aus der Schwimmblase von Stören gewonnen wurde, seien die Malschichten wieder mit dem Putz verbunden worden. "Wir haben auf organisches Material zurückgegriffen, das sich bereits seit Jahrhunderten bewährt hat", sagte der zweite Restaurator Simon Gebler.

Das Wandgemälde war erst Anfang des 20. Jahrhunderts hinter Wandpanelen entdeckt worden, die im 17. Jahrhundert angebracht worden waren. Bei dem Georgsmartyrium handelt es sich nicht um ein Fresko, bei dem die Farbe mit dem feuchten Putz verbunden wurde. Der mittelalterliche Künstler, der möglicherweise aus dem böhmischen Raum stammte, hat die Malerei in der sogenannten Seccotechnik aufgetragen, bei der die Farbschichten auf dem Putz liegen, wie Hippe erklärte.

Die Restaurierungsarbeiten finanzierte die Ursel-Grohn-Schönrock-Stiftung mit 24 000 Euro. Die Kirche St. Nikolai im Zentrum der Welterbestadt Stralsund beherbergt fast 300 Einzelkunstwerke. Nach Angaben des Baubeauftragten des Pommerschen Kirchenkreises, Gerd Meyerhoff, hat St. Nikolai Probleme mit dem Echten Hausschwamm in der Dachkonstruktion. Ursache seien Risse im Kupferdach, durch die Wasser eingedrungen sei, sagte Meyerhoff. Das Dach war erst in den 1970er Jahren neu gedeckt worden.

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