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Spendenaktion „Kauf Dir einen Stern“ : Rettung für die Schlosskirche

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Fast 450 Jahre ist die Schlosskirche alt. Die Jahrhunderte sind an dem Gebäude nicht spurlos vorüber gegangen, der Sanierungsbedarf ist erheblich. Eine grundlegende Instandsetzung kostet viel Geld.

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erstellt am 19.Dez.2011 | 10:53 Uhr

Altstadt | Fast 450 Jahre ist die Schlosskirche, der erste Sakralbau in Mecklenburg nach der Reformation, schon alt. Doch die Jahrhunderte sind an dem Gebäude nicht spurlos vorüber gegangen, der Sanierungsbedarf ist erheblich. Aber eine grundlegende Instandsetzung kostet Geld, viel Geld, rund vier Millionen Euro. Mehr als das Land, dem das Schloss als Sitz des Landtages gehört, sich zunächst leisten konnte. Deshalb haben Landtag, Schlosskirchengemeinde und der Verein der Freunde des Schweriner Schlosses die Spendenaktion "Kauf Dir einen Stern" ins Leben gerufen. Und diese ist sehr erfolgreich. Mehr als 300 000 Euro sind bereits zusammengekommen. "Angesichts dieses großartigen bürgerschaftlichen Engagements, mit dem auch das politische Zeichen gesetzt wurde, dass die Sanierung gewollt ist, hat sich die Parlamentarische Baukommission des Landtages entschlossen, Geld für die Instandsetzung freizugeben", berichtet Landtagsdirektor Armin Tebben.

Die Baumaßnahme selbst ist aber höchst kompliziert, denn Denkmalpfleger und Bauarbeiter müssen Hand in Hand arbeiten. Und die 1560 bis 1563 im Auftrag von Herzog Johann Albrecht I. erbaute Kirche birgt viele Überraschungen. Denn sie wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgebaut. So wurde beispielsweise 1855 ein gotischer Chor eingebaut, in den 1930er-Jahren das Eingangsportal versetzt und die alte Orgel ausgebaut - auf ihren Postamenten stehen heute Engel. Immer wieder tauchen neue Farbbefunde auf, werden ursprüngliche Raumbeziehungen neu erlebbar oder alte Baumängel offenbar. So wurde beispielsweise an mehreren Stellen sehr dünnes Mauerwerk vielfach überputzt, um Rundungen ästhetisch zu gestalten

Natürlich wird die Gelegenheit genutzt, historisches Kulturgut fachmännisch zu restaurieren. Das betrifft nicht nur die reichen Malereien an Gewölben, Trägern und Wänden, sondern auch die wertvollen Terrakotten. Insgesamt 387 Teile werden ausgebaut, gereinigt, Fehlstellen ersetzt, dann versiegelt und schließlich wieder eingebaut. Insgesamt arbeiten bis zu 30 Restaurateure in verschiedenen Teams in der Kirche.

"Wir nutzen die Gelegenheit aber auch, um die Schlosskirche den heutigen Nutzungsansprüchen gerecht zu modernisieren", sagt Tebben und verweist darauf, dass der Schweriner Landtag der einzige in der ganzen Bundesrepublik ist, der eine eigene Kirche hat. Diese werde denn auch intensiv für ökumenische Gottesdienste genutzt. Jetzt bekommt das Gebäude eine Fußbodenheizung, was für die Kunstwerke ein besser verträgliches Klima als die alte Umluftheizung schafft. In einigen Bereichen des Gestühls wird zudem eine Sitzheizung eingebaut. Das soll vor allem bei kleinen Veranstaltungen Energie sparen. Pfingsten 2012 ist die Wiedereröffnung der Kirche geplant.

Bis dahin sollen aber noch möglichst viele der 8758 Sterne des Gewölbehimmels einen Paten gefunden haben. "Mehr als die Hälfte davon ist bereits vergeben - für eine Spende zu Gunsten der Schlosskirchensanierung", berichtet Wilfried Kroh von der Schlosskirchengemeinde. Das Spendenverzeichnis weist Unterstützung aus ganz Deutschland aus und viele Sterne haben Geschichten zu erzählen. Einer erinnert beispielsweise an Michael Jackson. Sein Pate ist Sabine Neudeck, die am 23. September 2010 einen Stern im Himmel B für den Pop-Star erworben hat. Ein anderer strahlt über Reppendorf und Vietlübbe, zwei Mecklenburger Gemeinden, die jetzt eine bilden, und diese "Ehe" mit Sternen besiegelt haben. Wer zu Weihnachten auch einen Stern verschenken will, sollte sich schnellstens im Landtag melden.

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