Flugzeugwrack aus der Ostsee : Reste eines eingeklemmten Schuhs gefunden

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Die Untersuchung der Mitte Juni aus der Ostsee geborgenen Trümmer eines Sturzkampfflugzeuges führen die Spezialisten zu immer mehr überraschenden Details über den Absturz der Maschine im Zweiten Weltkrieg.

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02. Juli 2012, 07:17 Uhr

Sassnitz | Die Untersuchung der Mitte Juni aus der Ostsee geborgenen Trümmer eines Sturzkampfflugzeuges führen die Spezialisten zu immer mehr überraschenden Details über den Absturz der Maschine im Zweiten Weltkrieg. Bei der Sichtung des zerstörten Cockpits der Junkers 88 auf dem Gelände des Museumsflughafens Berlin-Gatow haben die Konservatoren jetzt Reste eines Schuhs gefunden. Die mehr als 67 Jahre alten Sohlenteile seien im Klappsitz des Cockpits verklemmt gewesen, sagte der Sprecher des Militärhistorischen Museums Dresden, Sebastian Bangert.

"Wir gehen davon aus, dass der Soldat den Absturz zunächst überlebt hat." Offenbar habe er versucht, aus dem Cockpit herauszukommen und dabei den im Stuhlgestänge eingeklemmten Schuh zurückgelassen. Dennoch sei davon auszugehen, dass der Mann nach dem Versinken der Maschine ums Leben gekommen sei. So habe man im Wrack alle Rettungsmittel wie Schwimmwesten und ein Rettungsschlauchboot unbenutzt entdeckt.

Die Untersuchungen der vor Sassnitz auf Rügen aus 19 Metern Tiefe gehobenen Flugzeugfragmente gleiche einem Puzzlespiel, bei dem man auf immer neue Indizien und Hinweise stoße, sagte Bangert. So seien inzwischen Typen- und Abnahmeschilder gefunden worden, die nach der Produktion in den Fabriken angebracht worden seien. Die Seriennummer, anhand derer man die Identität der Maschine herausfinden könne, sei jedoch an dem mit Muschelkalk verkrusteten Motor noch nicht freigelegt worden. "Wir fanden aber Teile einer Nachtflugarmatur", sagte Bangert. Das deute darauf, dass es sich möglicherweise um eine Nachtjäger-Version gehandelt habe.

In den nächsten Tagen wollen Gerichtsmediziner zudem die bislang geborgenen menschlichen Überreste, darunter einen Oberarmknochen und Schädelreste, untersuchen und DNA-Proben nehmen. Bislang wisse man nur, dass das Opfer etwa 25 Jahre alt gewesen sei, sagte Bangert.

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