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Neues Schuljahr : Rekord bei Einstellung von Lehrern

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Land investiert 50 Millionen Euro in Qualität an Schulen/ Opposition kritisiert Befristungen und geringere Vergütung an Grundschulen

svz.de von
erstellt am 20.Aug.2014 | 07:57 Uhr

Wenn am Montag für rund 138 600 Mädchen und Jungen im Land das neue Schuljahr beginnt, werden voraussichtlich 540 neue Lehrkräfte vor den Klassen stehen. In keinem anderen Jahr seit der Wende seien so viele Lehrerinnen und Lehrer, Erzieherinnen und Erzieher in den Schuldienst eingestellt worden, erklärte Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) gestern in Schwerin.

Und: Noch immer werden Lehrer gesucht. 70 Stellen in allen Schularten und in verschiedenen Fachrichtungen sind weiterhin online ausgeschrieben. Dazu kommen 29 Stellen für qualifizierte Sonderpädagoginnen und -pädagogen, die nochmals ausgeschrieben werden. Das Problem hier: „Bundesweit fehlen Sonderpädagogen“, so der Minister. Ihre Ausbildung dauere mit acht Jahren besonders lange. Mecklenburg-Vorpommern habe zwar die Ausbildungskapazitäten verdoppelt – „aber nicht vor acht, sondern erst vor zwei drei Jahren, sodass wir die Effekte noch nicht spüren“.

Die Unterrichtsversorgung sei trotz unbesetzter Lehrerstellen zum Schuljahresbeginn voll gewährleistet, betont der Minister. Schließlich stelle das Land den Schulen ab diesem Sommer jährlich 50 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung. Aus diesem Paket würden unter anderem 80 zusätzliche Stellen im sonderpädagogischen Bereich finanziert – 51 davon seien derzeit schon besetzt. An den regulären Schulen hätten lediglich 392 Lehrerstellen neu besetzt werden müssen, um die Unterrichtsversorgung zu garantieren – alle weiteren Lehrer dienten also der Verbesserung der Unterrichtsqualität.

Zu den Neuerungen im Schuljahr 2014/15 gehören landesweit einheitliche Kriterien zur Leistungsbewertung an allen öffentlichen Schulen. Die entsprechende Verordnung legt beispielsweise fest, in welchen Fächern wie viele Klassenarbeiten zu schreiben sind und wie die Benotung erfolgt.

Förderschulen mit dem Schwerpunkt „Lernen “ bieten ab jetzt ein freiwilliges 10. Schuljahr an, das zum Erwerb der Berufsreife führen kann.

Insgesamt sei der Lehrerberuf sehr viel attraktiver geworden, schätzt der Bildungsminister ein. Dazu hätte einerseits die Möglichkeit zur Verbeamtung beigetragen, von der bisher etwa 1000 Pädagogen im Land Gebrauch gemacht haben. Andererseits wirke motivierend, dass Lehrerinnen und Lehrer der Sekundarstufe I ab diesem Schuljahr genauso viel wie Gymnasiallehrer verdienen.

Hier setzt allerdings die Kritik der Gewerkschaft Unterricht und Erziehung (GEW) und der Linken im Landtag an. Beide fordern, auch den Grundschullehrerberuf über eine Angleichung der Bezahlung aufzuwerten. GEW-Landesvorsitzende Annett Lindner bringt zudem die Neugestaltung einer Altersteilzeit ins Gespräch. Diese sei bisher mit Blick auf den Lehrermangel an den Schulen abgelehnt worden.

Linken-Politikerin Simone Oldenburg rügt, dass es nicht gelungen sei, alle zum 1. August ausgeschriebenen Stellen im Vorbereitungsdienst zu besetzen. Von 197 Stellen blieben 66 vakant.

Die Bildungsexpertin der Grünen, Ulrike Berger , kritisiert zudem, dass von den 540 Neueinstellungen 86 nur mit befristeten Verträgen erfolgten.

Zugang  zur  Nachhilfe  wird  einfacher

Mit Beginn des neuen Schuljahres erleichtert Mecklenburg-Vorpommern Kindern aus einkommensschwachen Familien den Zugang zu Nachhilfe und Förderkursen.

Um die  außerschulische Lernförderung für ihr Kind in Anspruch zu nehmen, mussten Eltern bislang eine akute Versetzungsgefährdung nachweisen. Dann aber  sei es oft schon zu spät, um die Leistungen der Schülerinnen und Schüler noch rechtzeitig zu verbessern,  heißt  es  aus  dem  Sozialministerium. 

Die außerschulische Lernförderung soll in den Fällen greifen, in denen die Schülerinnen und Schüler die wesentlichen Lernziele und ein ausreichendes Leistungsniveau nicht erreichen. Eine zusätzliche Lernförderung ist auch möglich, wenn Jugendliche ein höheres Lernniveau anstreben, um beispielsweise ihre Chancen auf einen Ausbildungsplatz zu verbessern.

Familien können die Lernförderung im örtlichen Jobcenter oder beim Landkreis bzw. den kreisfreien Städten beantragen. Die außerschulische Lernförderung ist Teil des Bildungs- und Teilhabepakets. Sie soll Kinder und Jugendliche im Einzelfall unterstützen, wenn die vorhandenen Förder- und Hilfsangebote der Schule allein nicht ausreichen, um die nötige Verbesserung zu erzielen.  Das  Land hat dafür 2013  rund 955 000 Euro ausgegeben.

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