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Serie: Hier produziert, hier gekauft : Reinheit auf natürliche Art

vom
Aus der Onlineredaktion

Andrea Hildebrandt stellt Seifen aus Naturprodukten her – unter anderem für Schlagerstar Andrea Berg

svz.de von
erstellt am 27.Apr.2017 | 12:00 Uhr

In Koitenhagen scheint die Welt zu Ende zu sein. Von Ribnitz-Damgarten kommend, führen immer kleinere Landstraßen durch immer kleinere Ortschaften, bis der Weg irgendwann rechts ab geht. Ganz hinten verborgen liegt – in einem alten Haus auf einem wildromantischen Grundstück – eine besondere Küche. Was hier in den Töpfen köchelt, ist auch in anderen Küchen zu finden: Raps- und Olivenöl, Minze, Salbei, Brennnesseln, Sanddorn und Honig. Was Andrea Hildebrandt hier siedet, ist zwar nicht essbar, aber zu genießen ist es trotzdem: Sie stellt Seife aus hautfreundlichen Zutaten her, nutzt einheimische Öle als Basis, gibt exotischere wie Mandel-oder Rizinusöl, Sheabutter oder Kokosfett hinzu – alles in Lebensmittelqualität, vieles aus biologischem Anbau. Und nicht zu vergessen die naturreinen ätherischen Öle, die der Seife ihren charakteristischen Duft geben. „Aber sie haben auch eine Wirkung – Stichwort Aromatherapie“, erklärt Hildebrandt.

Die Kräuter baut sie im Garten vor dem Küchenfenster an, der Honig stammt von den Hof-eigenen Bienen. Der Vorgang des Seifensiedens ähnelt zunächst wiederum dem in einer normalen Küche: Die Zutaten landen nach und nach in einem großen Topf und werden ein paar Minuten lang kräftig gerührt. Erst dann kommt Natriumhydroxid dazu, um die Verseifung zu starten. Oft setzt die Seifenköchin zum Schluss noch etwas mehr Fett hinzu – „das verseift dann nicht mehr und wirkt später rückfettend auf die Haut“, erklärt sie. Die Masse wird in Buchenholzformen getrocknet und gelagert, erst später in Stücke geschnitten. „Die ätherischen Öle sind recht flüchtig, deshalb sollte die Oberfläche möglichst lange möglichst klein bleiben.“ So entstehen verschiedene Sorten hautverträglicher Seifen – basische Körperpflege ohne künstliche Zusätze, die die Haut weich pflegt und sich lange hält. „Ich sehe sie nicht vorrangig als bunte Dekoration fürs Bad, sondern als sanfte Hautpflege.“ Küche und Zutaten, Rezepturen und Produkte sind hygienisch einwandfrei – amtlich zertifiziert. „Denn manche ätherische Öle wie Nelke oder Zimt enthalten Allergene, deren Konzentration sollte nicht zu hoch sein, das muss überprüft werden.“ Wegen dieser Öle und auch wegen des Natriumhydroxids trägt Hildebrandt beim Seifensieden Schutzkleidung, Brille und vor allem eine Atemschutzmaske.

Seit etwa zwei Jahren stellt sie in ihrer kleinen Manufaktur Seifen her – ein paar Tausend Stück pro Jahr – , außerdem Hautbalsam, Lippenpflege und Badesalze. Sogar Pflegeprodukte für Tiere sind im Angebot.

Andrea Hildebrandt stammt aus Zwickau, hat in Greifswald studiert und kam nach Stationen in Berlin und Leipzig nach Vorpommern. Seit einigen Jahren wohnt sie mit ihrem Lebensgefährten hier zwischen den Feldern. Schon lange hatte sie sich für Naturkosmetik interessiert. „Ursprünglich wollte ich selbst etwas herstellen, was meine eigene Haut gut verträgt“, erzählt die 36-Jährige. „Ich wollte diese Industrieprodukte nicht mehr verwenden, die wegen der Vielzahl an teils bedenklichen künstlichen Inhaltsstoffen nicht nur der Haut, sondern auch der Umwelt schaden.“ Und dann wollten nach und nach immer mehr Menschen ihre Produkte benutzen. Ihre Kunden sind Händler und Hoteliers – hier im Norden, aber auch bis hinunter nach Österreich. Prominenteste Abnehmerin ist Sängerin Andrea Berg, die ein Hotel in Süddeutschland betreibt. Auch online sind die Produkte zu bestellen. In diesem Sommer will Hildebrandt außerdem versuchen, direkt ab Hof zu verkaufen. „Von Fischland-Darß ist es nur eine halbe Stunde Fahrt hierher“, meint sie. „Auf dem Weg liegen Keramikwerkstätten und ein Lama-Hof – vielleicht können wir Touristen anlocken.“

>> Hier geht es zu www.küstenseifen.de

 

 

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