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Schweriner restauriert Wöbbeliner Denkmal : Reines Blattgold für Körner-Denkmal

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Vorsichtig taucht Frank Haidan den Zeichenpinsel in einen Becher mit maisgelber Farbe. Dann zeichnet er auf der gusseisernen Platte des 199 Jahre alten Denkmal Theodor Körners behutsam Buchstaben nach.

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erstellt am 03.Jul.2013 | 10:03 Uhr

Vorsichtig taucht Frank Haidan einen speziellen Zeichenpinsel in den Becher mit maisgelber Farbe. Dann zeichnet er auf der gusseisernen Platte behutsam Buchstaben nach. Eine schwierige und sehr zeitaufwändige Arbeit. Haidan restauriert das 199 Jahre alte Denkmal Theodor Körners, das seinen Platz eigentlich in den Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin hat.

Rückblende: Im Mai wurde das Denkmal in Wöbbelin abgebaut und in die Metallwerkstatt & Denkmalpflege von Frank Haidan nach Schwerin gebracht. Die Witterung hatte im Laufe der Jahre die Farbe auf den Gussplatten vergilben lassen, die Inschrift war teilweise unlesbar und Ornamente beschädigt. Schon bei der Demontage im Mai aber war auch deutlich geworden, dass die Deckplatte ebenso wie die vier Seitenplatten sehr gut erhalten und kaum von Rost befallen sind. Das vor allem deshalb, weil die Platten aus Grauguss bestehen und dadurch Kohlenstoff enthalten, der ein hervorragender Rostschutz ist.

In Schwerin wurden die Platten zunächst freigelegt. Das heißt, im so genannten Wirbelstrahlverfahren wurde feinstes Glaspudermehl auf die Platten gestrahlt und so die alte Farbe schonend entfernt, ohne das Metall zu beschädigen. Das Verfahren ist unter anderem deshalb so schonend, weil die Spritzdüse nicht direkt auf einzelne Stellen der Gussplatten gerichtet ist, sondern rotiert und so Wirbel über den zu reinigenden Flächen erzeugt.

Anschließend begannen für Denkmalpfleger Frank Haidan erst die eigentlichen Restaurierungsarbeiten. "Ich habe fehlerhafte Blattornamente abgenommen und sie nachgegossen" sagt Haidan. Für den Nachguss verwendete er 99,6 Prozent reines Zink. Nachdem die neuen Ornamente angebaut waren, nahm sich Frank Haidan die Schrift auf den Platten vor. "Alle Flächen, die aus den Platten herausragen, bemale ich zunächst mit maisgelber Farbe", berichtet der Experte. "Das sind unter anderem Schrift, Kanneluren und Blattornamente, aber auch Löwenköpfe." Haidan hat gerade gelbe Farbe auf die vierte und letzte Platte aufgetragen, auf der es um das Leben und Sterben Theodor Körners geht.

Als nächstes wird Haidan Anlegeöl auf die maisgelb glänzende Schrift und die anderen gelb bemalten Flächen auftragen. Anschließend, nach einer gewissen Ablüftungszeit, wird der Experte dann Buchstaben und alle Verzierungen vergolden. Dafür verwendet er Rosenobel-Doppelgold von 23 3/4 Karat, reines Blattgold. Eine schwierige Arbeit, die nicht nur Zeit, sondern auch eine sehr ruhige Hand verlangt. Die Grundfarbe auf den Gussplatten ist übrigens nova-grau. Ramona Ramsenthaler, Leiterin der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin, sowie Experten der Denkmalpflege haben sich für diese Farbe entschieden. Für Frank Haidan gibt es bis August kein freies Wochenende. Er wird in seiner Werkstatt arbeiten. Denn wenn am 26. August 2013 an der Körner-Grabstätte in Wöbbelin des 200. Todestages Theodor Körners gedacht wird, dann soll auch das restaurierte Denkmal an seinem Platz stehen.

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