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Beamter aus MV erschossen : Reichsbürger-Attacke in Franken: Leistete Polizist Beihilfe?

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Einem Beamten, der bei der Razzia dabei war, wird Beihilfe zum Totschlag durch Unterlassen angelastet.

svz.de von
erstellt am 23.Jan.2017 | 14:20 Uhr

Georgensgmünd | Nach den tödlichen Schüssen eines sogenannten „Reichsbürgers“ auf einen Polizisten aus MV bei einer Waffenrazzia im Oktober 2016 in Franken hat die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth ein Ermittlungsverfahren gegen den Kollegen des Opfers eingeleitet. Das berichtet spiegel.de. Der Beamte soll sich laut Auskunft der Staatsanwaltschaft schon vor dem Einsatz der Gefahr, die von dem Waffenbesitzer ausging, bewusst gewesen sein. Er soll sein Wissen aber für sich behalten haben.

Die Frage, inwieweit das Geflecht der „Preußenbürger“ in die Reihen der Polizei hineinreicht, beschäftigt die Staatsapparate weiterhin. Vor den Todesschüssen in Bayern galten die sogenannten „Reichsbürger“, die Bundesrepublik nicht als Staat anerkennen als Spinner. Das hatte sich nach den tödlichen Schüssen in Bayern und vielen anderen Schlagzeilen erledigt.

Die Schüsse hätten womöglich verhindern können, teilte die Anklagebehörde am Montag mit. Der Vorwurf gegen den Beamten lautet nunmehr Beihilfe zum Totschlag durch Unterlassen.

Der jetzt Beschuldigte wurde bereits im November vom Dienst suspendiert. Nach der Durchsuchung seiner Wohnung kam die Polizei zu dem Schluss, dass ihm die Schuss-Gefahr durchaus bewusst war. Er hatte sein Wissen jedoch nicht weitergegeben, was ihm die Anklagebehörde nun anlastet.

Bei dem Einsatz am 20. Oktober wurden wurde drei weitere Polizisten verletzt. Er sorgte bundesweit für Schlagzeilen und eine Neubewertung des von „Reichsbürgern“ ausgehenden Risikos. Nach der Tat war der Verdacht aufgekommen, dass die Reichsbürgerszene Kontakte zur Polizei pflegt. Mehrere Bundesländer untersuchten daraufhin, ob es in ihren Strukturen Seilschaften zwischen Polizei und Szene gibt.

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