Orangerie Neustrelitz : Reichen die Millionen?

Blick auf die Orangerie im Schlosspark
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Blick auf die Orangerie im Schlosspark

Orangerie-Restaurierung kostet rund 3,5 Millionen Euro – oder auch mehr

svz.de von
12. April 2017, 21:00 Uhr

„Die Voctoria-Statuen müssen wir auf jeden Fall noch umstellen“, erklärt Jeanette Venohr. Das sei aber nur ein kleines Puzzleteil im Komplex der Restaurierung der Orangerie in Neustrelitz (Kreis Mecklenburgische Seenplatte). Die Hochbauingenieurin vom Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern leitet die denkmalpflegerischen Untersuchungen zu dem mehr als 250 Jahre alten Gebäude, dessen klassizistische Raumfassungen als ein für Mecklenburg-Vorpommern einzigartiges Zeitzeugnis gelten.

Nach dem Schlosspark, Kavaliershaus und Theater soll das Haus mit den drei Sälen bis 2020 weitgehend originalgetreu im Stil von 1842/42 wiederhergestellt werden. „Rund 3,5 Millionen Euro sind zunächst dafür veranschlagt, aber es ist noch nicht klar, ob das reicht“, erläutert Christian Hoffmann, Pressesprecher des Landesbetriebes, der sich um viele Schlösser im Nordosten kümmert. Der Grund für die Unsicherheit: Es gab mehrere Umbauten und mindestens fünf unterschiedlich ausgeführte Restaurierungen. Die Orangerie gehörte zu den repräsentativsten Anlagen des Großherzogtums Mecklenburg-Strelitz, das von 1701 bis 1918 existierte und bis heute über Verbindungen in große europäische Adelshäuser verfügt.

Die Orangerie wurde 1755 im Barockstil als Winterdomizil für exotische Pflanzen erbaut, unweit des Schlosses, das 1945 einem Brand zum Opfer fiel. „Bis zu 138 Orangenbäume kamen hier unter“, weiß Venohr. Hier soll Anfang des 19. Jahrhunderts auch zum ersten Mal in Europa eine Strelitzie geblüht haben. Die aus dem Süden Afrikas stammende Pflanze hatten englische Hofgärtner nach Europa gebracht und wegen der Herkunft der damaligen britischen Königin aus dem Haus Mecklenburg-Strelitz als Strelitzie getauft. Nach dem Ende der Monarchie wurde die Orangerie zur Stadtseite, also zum Volk hin, für Gastronomie geöffnet und bekam einen runden Eingangsbereich.Das blieb auch in der DDR so, allerdings wurde die Küche vergrößert. Das soll zum Teil wieder zurückgebaut werden. „Geplant sind wieder ein Tagesrestaurant, sowie Vorträge, Konzerte und andere Veranstaltungen“, sagt Venohr. Der Neustrelitzer Bürgermeister Andreas Grund (parteilos) ist froh, dass das Land als Rechtsnachfolger der Herzöge die Immobilien wieder herrichtet. Für Neustrelitz sei das Schlossgelände enorm wichtig.

Winfried Wagner

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