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Video : Rehe von A20 getrieben: Vollsperrung aufgehoben

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Jäger und Mitarbeiter der Autobahnmeisterei versuchen mehrere Tiere zwischen Dummerstorf und Sanitz zu verscheuchen.

svz.de von
erstellt am 11.Mai.2016 | 13:50 Uhr

Weil vier Rehe von der A20 bei Rostock verscheucht werden mussten, ist die Autobahn am Mittwoch für sechseinhalb Stunden auf einer Länge von gut 15 Kilometern voll gesperrt gewesen. Gegen 15.45 Uhr wurde die Schnellstraße wieder für den Verkehr freigegeben, wie das Polizeipräsidium Rostock mitteilte.

In der Nacht hatten Wärmebildkameras drei Tiere am Straßenrand aufgespürt, nachdem 24 Stunden zuvor dort noch vier Tiere gegrast hatten, wie eine Sprecherin des Umweltministeriums in Schwerin sagte. Es werde vermutet, dass ein Reh durch ein Loch im Wildschutzzaun entschlüpft ist. Zwölf Jäger und 25 Mitarbeiter der Autobahnmeisterei sollten die Tiere verscheuchen. Dazu sollte der Zaun auf beiden Seiten der Autobahn auf jeweils etwa 40 Metern Länge geöffnet werden.

Die Rehe grasten seit Monaten am Rand der A20 und gefährdeten den Verkehr. Um die Rehe zu vertreiben, sind die Zäune auf beiden Seiten der Autobahn auf jeweils etwa 40 Metern Länge geöffnet und ein rund drei Kilometer breiter Abschnitt abgesperrt worden. Zwölf Jäger mit Hunden und 25 Mitarbeiter der Autobahnmeisterei versuchten, die Rehe entlang der Zäune zu treiben, so dass diese an den Öffnungen schließlich aufs freie Feld laufen.

 

Doch diese Taktik ist in der Praxis schwer umsetzbar: Bei einem ersten Versuch am Morgen konnte ein Rehbock den Treibern entkommen. Nun werde zunächst versucht, die verbliebenen zwei Rehe zu verscheuchen, hieß es. Anschließend soll in einem zweiten Durchgang erneut dem flüchtigen Rehbock nachgestellt werden. Am Vormittag gelang es den Treibern laut Verkehrsministerium, ein Tier durch einen geöffneten Zaun zu verjagen. Der Leiter der Straßenmeisterei sagte, dass die Autobahn wohl bis in den Abend hinein gesperrt bleibe. Wie lang genau, könne er noch nicht sagen. Am Morgen begann sich der Verkehr an den Anschlussstellen zu stauen.

Schon in der Vergangenheit hatte es Versuche gegeben, die Tiere aus dem Bereich innerhalb des Wildschutzzauns zu vergrämen. Sie waren nach früheren Angaben jedoch am Zaun entlang bis zur nächsten Anschlussstelle gelaufen und dort wieder auf den Randstreifen gelangt.

Wie es hieß, hatten die Tiere die Wildschutzzäune umwandert. Im vergangenen Jahr seien die Rehe immer wieder herausgetrieben worden, "aber binnen Stunden waren sie wieder da", sagte ein Sprecher des Verkehrsministeriums. Die Tiere seien extrem standorttreu. Der Sprecher des Landesjagdverbands, Ulf Peter Schwarz, warnte: "Es ist Gefahr im Verzug. Wenn es zu einem Unfall kommt, ist das Geschrei groß."

Die Tiere sollten  mit einer unblutigen Treibjagd aus dem 15 Kilometer langen Abschnitt verscheucht werden. Ursprünglich sollten die Tiere schon vor zwei Wochen von Jägern erschossen werden, doch dagegen regte sich Widerstand, sodass das Umweltministerium die Jagd schließlich abblies.

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