zur Navigation springen

Kliniken in MV : Reha-Kliniken arbeiten am Limit

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Auslastung liegt bei 90 Prozent und die Personalgewinnung wird zunehmend problematisch.

svz.de von
erstellt am 14.Apr.2016 | 20:45 Uhr

Die 60 Vorsorge- und Rehabilitationskliniken in Mecklenburg-Vorpommern können sich nicht über Patientenmangel beklagen: „Die Auslastung ist extrem hoch und liegt bei 90 Prozent – mehr geht eigentlich nicht“, betonte der Geschäftsführer der Landes-Krankenhausgesellschaft (KGMV), Wolfgang Gagzow, gestern am Rande einer Fachtagung der Arbeitsgemeinschaft Rehabilitation Mecklenburg-Vorpommern in Rostock. Allerdings sage das nichts über ihre wirtschaftliche Lage aus. Da jede Klinik einzeln mit den Kostenträgern verhandeln müsse, würden diese versuchen, die Vergütungen so gering wie möglich zu halten. Eine Folge sei, dass die Einrichtungen Mitarbeiter nicht so gut bezahlen könnten, wie diese es verdient hätten. In Hamburg oder Bayern werden Gagzow zufolge für vergleichbare Tätigkeiten 20 oder sogar 30 Prozent höhere Gehälter gezahlt – diese Länder seien natürlich Magneten für Fachkräfte auch aus dem Nordosten.

Aktuell arbeiten in den Reha-Kliniken im Land 5000 Menschen, die sich jährlich um 130 000 Patienten kümmern. In Folge des demografischen Wandels wird es künftig sehr viel weniger Arbeitskräfte, parallel dazu aber viel mehr Menschen geben, die einer Rehabilitation bedürfen. Die bereits jetzt unübersehbaren Personalprobleme der Reha-Kliniken werden sich also noch weiter verschärfen, warnt Gagzow. Vor allem im pflegerischen Bereich, aber auch bei Physio- und Ergotherapeuten falle es immer schwerer, Mitarbeiter zu gewinnen udn zu halten.

Die Reha-Einrichtungen hier im Land müssen sich also etwas einfallen lassen – das war auch der Tenor auf der gestrigen Fachtagung. Motivation und spürbare Wertschätzung, aber auch bessere Arbeitsbedingungen, eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie Weiterbildungen und die Eröffnung echter Karrieremöglichkeiten machen Gagzow zufolge attraktive Arbeitgeber aus.

Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Rehabilitation, Rainer Grimm, betonte, dass eine professionelle, mit anderen Bereichen gut vernetzte Reha hohe volkswirtschaftliche Bedeutung habe. „Es ist daher völlig unverständlich, dass Antragsverfahren für die Rehabilitation noch immer derart kompliziert sind“ kritisierte er. Hier müsse der Gesetzgeber aktiv werden und ein nachvollziehbares, einfaches, transparentes und rechtssicheres Zulassungssystem etablieren.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen