Martin Schulz in Schwerin : Regennasses Bad in der Menge

Strömender Regen beim Auftritt von Martin Schulz auf dem Alten Garten in Schwerin
Foto:
Strömender Regen beim Auftritt von Martin Schulz auf dem Alten Garten in Schwerin

SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz läutet in Schwerin den Endspurt im Kampf ums Kanzleramt ein

von
15. September 2017, 21:00 Uhr

Es läuft aktuell nicht gut für den SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz. Wirklich nicht. Am Donnerstag rutschte der Spitzenkandidat bei Umfragen in der Wählergunst runter auf 20 Prozent. Das ist ausgerechnet kurz vor der Wahl der bisherige Tiefstwert. Und heute, nur einen Tag später, goss es bei seinem Wahlkampfauftritt in Schwerin wie aus Kannen. Dabei wollte Schulz in der Landeshauptstadt gemeinsam mit Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) den Endspurt im Kampf um das Kanzleramt einläuten. Petrus hatte aber kein Erbarmen.

Der SPD-Politiker bewies allerdings guten Humor und rief mitten in seiner Rede den verbliebenen Teilnehmern der Kundgebung zu: „Könnt ihr mit den Schirmen bitte hoch und runter machen, damit ich weiß, dass ihr klatschen wollt.“ Zuvor war bereits sein Weg durchs Publikum zur Bühne zum platschnassen Bad in der Menge worden. Deutlich mehr als die Hälfte der ursprünglich 600 Zuhörer blieben dennoch trotz des Regens.

Was sie von Schulz hörten, wird den meisten von ihnen allerdings aus TV-Sendungen oder anderen Auftritten des Kandidaten bekannt vorgekommen sein: So forderte der Spitzenkandidat auch in Schwerin vor allem mehr Gerechtigkeit. „Deutschland ist ein wohlhabendes Land, aber nicht alle seine Menschen sind wohlhabend“, war einer seiner inzwischen bekannten Einstiegssätze.

Frauen, die in Teilzeit arbeiten, weil sie ihre Kinder betreuen, sollen einen gesetzlich garantierten Übergang in die Vollbeschäftigung bekommen. „Das verspreche ich“, so Schulz. Und eine Rente mit 70 werde es mit der SPD nicht geben, sagte er weiter.

Vor dem Spitzenkandidaten hatte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig das Wort. Sie warnte vor dem Einzug der AfD in den Bundestag und vor „Leuten die Hass, Hetze und Provokation“ predigen würden. Das Lob des AfD-Spitzenkandidaten Alexander Gauland für die Wehrmachtssoldaten im Zweiten Weltkrieg bezeichnete Schwesig als „unerträglich“. Sie hatte Glück, während ihrer Rede machte der Regen Pause. Auch mit Storch Heinar hatte Petrus Erbarmen. Die Satirefigur der Jusos gegen Rechtsextremismus behielt bei ihrem Auftritt trockene Flügel. Ebenfalls im Vorprogramm: Sebastian Hämer, Sänger aus Prerow auf dem Darß.

Am Dienstag ist Angela Merkel in Schwerin am Start. Die Kanzlerin wird im Belasso Sportpark in Krebsförden auftreten. Ursprünglich war der Markt als Auftrittsort geplant. Aber wie schon vor einer Woche in Wolgast zieht die CDU in die Halle, wegen der schlechten Wetteraussichten, wie es aus der Landesgeschäftsstelle zur Begründung hieß.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen