Tourismus MV : Regen spült Urlauber in Museen und Geschäfte

Besucherrekorde: Museen wie das Ozeaneum Stralsund profitieren aktuell vom herbstlichen Wetter.
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Besucherrekorde: Museen wie das Ozeaneum Stralsund profitieren aktuell vom herbstlichen Wetter.

Gesamtbilanz der Tourismusbranche positiv. Campingplätze und Außengastronomie mit Umsatzeinbußen

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15. August 2016, 12:00 Uhr

Innenstädte, Spaßbäder und Museen profitieren derzeit vom durchwachsenen Wetter in Mecklenburg-Vorpommern. Museen und Naturausstellungen in den Touristenzentren fahren Tagesbesuchsrekorde ein. Der Einzelhandel in den Urlaubsorten ist zufrieden – im Gegensatz zur Campingplatzbranche und Außengastronomie.

Unabhängig vom Wetter sind Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen in diesem Sommer sehr gut gebucht: „Die Branche fährt derzeit unter Volllast“, heißt es vom Landestourismusverband. Leeren sich bei kühleren Temperaturen die Strände, bilden sich Schlangen an den Museumskassen. Im Ozeaneum und Meeresmuseum in Stralsund - dem besucherstärksten Museen in Mecklenburg-Vorpommern – zogen die Besucherzahlen im August richtig an. Registrierten die Museen im Juli noch durchschnittliche Zahlen, ging es im wechselhaften August deutlich nach oben. Allein im Ozeaneum wurden in den ersten zehn Tagen des Monats mehr als 25 000 Gäste begrüßt. Zum Vergleich: Im gesamten August 2016 kamen knapp 39 000.

Das Nationalparkzentrum am Königsstuhl auf Rügen gehört auch zu den Gewinnern und schaffte vor Kurzem einen Tagesrekord mit knapp 3000 Gästen. „Die Gästezahlen sind enorm, sowohl im Zentrum selbst, als auch bei den Umweltbildungsangeboten“, sagte eine Sprecherin. Im Pommerschen Landesmuseum in Greifswald verdoppeln sich an Regentagen die Besucherzahlen, so eine Sprecherin.

Viele Urlauber nutzen das Wetter zu Tagesausflügen in die größeren Städte. Parkhäuser in Stralsund und auch Greifswald sind an Regentagen bis auf den letzten Platz besetzt. In Stralsund gibt es ein Park&Ride-System, um Urlauber in die City zu bringen. „Die Innenstädte sind voll“, sagte Thomas Beig vom Einzelhandelsverband MV in Neubrandenburg. Sinken die Tagestemperaturen – so wie derzeit – komme es zu Ersatzkäufen. Der Einzelhandel profitiere auch, weil Menschen im Urlaub „nicht ganz so scharf“ auf den Euro sehen, so Kay-Uwe Teetz Verbands-Geschäftsführer in Rostock. Genaue Zahlen liegen noch nicht vor. Der bald endende Sommerschlussverkauf, sei nach erster Einschätzung gut gelaufen.

Die Campingplatzbranche im Land leidet derzeit unter dem Wetter, sagte der Sprecher des Campingplatz-Verbandes, Gerd Scharmberg. Die Branche hoffe aber noch, mit einem Plus zum Vorjahr aus der Saison zu gehen, zumal die Monate Juni und Juli Zuwächse hatten. Derzeit aber blieben Spontanurlauber aus. Einfluss hat das Wetter auch auf die Gastronomie. Die Restaurants und Cafés im Land verzeichneten keinen allgemeinen Umsatzverlust, aber in der Außengastronomie blieben Plätze oft leer, so Guido Zöllick vom Hotel-und Gaststättenverband.

Auch Spaßbäder profitieren vom kühleren Wetter. So hat das relativ kleine Familien- und Erholungsbad „Oase“ in Güstrow an einem Regentag in der vergangenen Woche einen Besucherrekord registriert. Laut Betriebsleitung kamen 1100 Badegäste, durchschnittlich seien es derzeit 500.

Open-Airs wie die Vineta-Festspiele auf Usedom und die Störtebeker-Festspiele sind mit der Gesamtbilanz zufrieden. Wer Vineta auf seinem Urlaubsprogramm habe, komme auch bei kühleren Temperaturen – allerdings in wärmeren Sachen, sagte die Sprecherin der Vineta-Festpiele, Martina Krüger.

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