zur Navigation springen

Trübe Bilanz : Regen-Sommer - mehr Verlierer als Gewinner

vom
Aus der Onlineredaktion

Wenig Sonne, kühl, nass - typisch norddeutsch war dieser Sommer. Urlauber und Landwirte wurden enttäuscht. Gewinner sind die Museen und alle, die nicht gern ins Schwitzen kommen. Kritik gab es an Unwetter-Warnungen.

svz.de von
erstellt am 28.Aug.2017 | 05:00 Uhr

War das ein Sommer? Sonnenhungrige Ostsee-Urlauber dürften den Kopf schütteln und den Blick sehnsuchtsvoll gen Süden richten. Und auch die Bauern haben schon bessere Zeiten erlebt. Besonderes Kennzeichen des Sommerwetters in Mecklenburg-Vorpommern: Wenig Sonne und viel Regen.

Schon der Juli war statistisch deutlich zu nass, wie Uwe Ulbrich vom Wetterdienst Meteomedia auf Hiddensee sagte. „Der August war noch etwas nasser, ein wenig kühler und hatte noch weniger Sonne“, zog der Meteorologe eine Zwischenbilanz. Von Hundstagen keine Spur: Gerade mal am 30. Juli und am 1. August wurden mehr als 30 Grad gemessen, aber längst nicht überall im Land. Immerhin war im Osten bisher jeder zweite Augusttag ein Sommertag mit mehr als 25 Grad. In Rostock gab es sechs solcher warmen Augusttage, in Schwerin zwei.

Die meiste Sonne bekamen Hiddensee, die Insel Usedom und Stralsund. Den stärksten Regen brachte Tief „Alfred“ am 25. und 26. Juli, als stellenweise innerhalb von 24 Stunden fast das Doppelte der normalen Monatsmenge fiel. Das meiste Wasser kam im Juli in Penkun (Vorpommern- Greifswald) vom Himmel, 189,5 Liter pro Quadratmeter.

Der Tourismusverband will eine Zwischenbilanz am Dienstag vorlegen. Doch zeichnet sich bereits ab, dass sich die Gästezahlen etwa auf dem Niveau des Vorjahres bewegen. Gute Vorbuchungen in den Badeorten an der Ostsee haben wohl auch in diesem Jahr die Hauptsaison für Hoteliers und Ferienhausvermieter gerettet. Bei vielfach ausgelasteten Häusern fiel kaum ins Gewicht, dass sich wegen des mäßigen Wetter weniger Spontanurlauber auf den Weg in den Nordosten machten. Mit zusammen mehr als 10 Millionen Gästeübernachtungen tragen die Ferienmonate Juli und August gut ein Drittel zur gesamten Jahresbelegung bei und sind somit die wichtigste Zeit für die Branche.

Ob Piraten, Straßengangs oder Musiker - bei den Open-Air-Festivals in Mecklenburg-Vorpommern trotzten die Darsteller den Wetterunbilden und wurden dafür von einem treuen Publikum belohnt. Trotz der vielen Niederschläge fielen nur wenige Veranstaltungen aus oder wurden abgebrochen.

Dennoch geht Müritz-Saga-Chef Nils Düwell davon aus, dass bei ihm witterungsbedingt die Besucherzahlen etwas geringer ausfallen als in den Vorjahren. Es gibt aber Befürchtungen, dass sich die Erfahrungen mit dem regnerischen Wetter auf das Buchungsverhalten im kommenden Jahr auswirken könnte.

Auch bei Landwirten löst der Sommer keine Begeisterung aus. Der viele Regen hat die Ernte von Getreide und Raps enorm verzögert, wie der Bauernverband berichtete. Ende August war im Nordosten als einziges die Gerste fast vollständig abgeerntet. Winterraps ist zu zwei Dritteln vom Feld, die Ernte des Winterweizens ist angelaufen. Wegen der nassen Witterung gab es immer wieder Unterbrechungen.

 

 

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen