Regen bringt Zoos zum Strahlen

Marlow: Pflegerin Yvonne Legetth  mit  Weißkopfadler Hillary Vogelpark Marlow
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Marlow: Pflegerin Yvonne Legetth mit Weißkopfadler Hillary Vogelpark Marlow

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02. Juli 2012, 10:01 Uhr

Schwerin/Ueckermünde | Kühler Wind, ein wolkenbedeckter Himmel und ein Thermometer, welches nur selten die 20-Grad-Celsius-Marke erreicht - was für viele Strandkorbvermieter in diesem Jahr ein Graus ist, bringt die Kassen der Tierparks und Zoos des Landes zum Klingeln. Denn anstatt sich an die Strände entlang der Ostsee zu legen, ziehen viele einen Besuch bei Tiger, Pinguin und Co vor. "Wir hatten bereits 82 000 Besucher in diesem Jahr. Das sind schon jetzt 10 000 mehr als 2011", sagt Franziska Zöger vom Vogelpark Marlow.

Es sei die beste Saison seit der Gründung des Parks 1994. "Etwas kühlere Temperaturen und ein leicht bedeckter Himmel kommen uns sehr entgegen", so Zöger. Regen hingegen sorge auch im Vogelpark Marlow für wenig Ansturm. Auf 22 Hektar leben dort die verschiedensten Vögel der Welt, wie der Blauhalsstrauß aus Afrika oder der Kea, ein Bergpapagei aus Neuseeland. Ein Höhepunkt in dieser Saison erwartet die Gäste am 20. Juli. Dann wird es ein Jazzkonzert mitten im Vogelpark geben.

Auch im größten Zoo des Landes können sich die Zahlen sehen lassen. 211000 Besucher kamen bisher in den Rostocker Zoo - das sind 3000 mehr als im Vorjahr. "Der Mai und das Pfingstwochenende haben dazu wesentlich beigetragen", sagt Zoosprecherin Danielle Zimmermann. Der Juni hingegen habe mit den vielen Regentagen für Einbußen gesorgt. Großes Ziel zum Jahresende wird nun die Besucherzahl aus 2011 von insgesamt 535 000 Besuchern zu toppen. Die Eröffnung des Darwineums am 8. September soll dazu einen wesentlichen Beitrag sorgen.

Vor Besucherströmen kann sich derzeit auch der Natur- und Umweltpark in Güstrow (Nup) kaum retten. Bis zu 1000 Menschen kommen in der Hauptsaison täglich in den Park, an den Wochenenden seien es sogar noch mehr. "Bei dem derzeitigen Wetter flüchten die Touristen eher in das Landesinnere und das ist wiederum gut für uns", so Maren Gläser vom Nup. Mit Hilfe der Spezial-Wolfsnacht am Sonnabend, 7. Juli, soll die Zahl der Besucher noch einmal steigen. Dann gibt es neben einem Lagerfeuer auch wieder eine Wolfwanderung und -fütterung im Nup.

Zufrieden mit der bisherigen Saison zeigt sich Marina Welsch vom Tierpark Wismar. Zwar verhielten sich die Besucherzahlen ähnlich wie die im Vorjahr, doch auch hier sei man über das eher mäßige Sommerwetter glücklich. "Wir haben einen ziemlich straffen Finanzplan, in den auch die Besucherzahlen einkalkuliert werden. Und diesen müssen wir einhalten", sagt Welsch.

Einzig der Schweriner Zoo hat seine Besucherzahl aus dem Vorjahr noch nicht erreicht. Schuld daran sei laut Erika Helmich das stark verregnete Osterwochenende. "Da haben wir im Vergleich zum Vorjahr allein 7000 Besucher eingebußt", so Erika Helmich. Doch sie ist guter Hoffnung. Die Ferientage laufen bisher hervorragend und auch das Sommerfest im Schweriner Zoo am 15. Juli soll für eine positive Bilanz sorgen.

Betreiber hoffen, dass die große Sommerhitze ausbleibt

Winnie Rösner wünscht sich am liebsten "Mischmasch-Wetter" - selbst im Hochsommer. Ihr Mann finde diesen Hang zu durchwachsenem Wetter zwar nicht sonderlich gut, erklärt sie, aber: Die Betriebsleiterin und Prokuristin im Bärenwald Müritz weiß um die guten Besucherzahlen, wenn Klärchen nicht allzu verlockend scheint. "Bei schönstem Sommerwetter gehen die meisten Leute doch an den See", berichtet sie. Doch die Bärenwald-Besucher sind und waren nicht aus Zucker. Selbst an verregneten Wochenenden pilgerten sie nach Stuer. "Die Zahlen der ersten Monate sind komplett so wie im ersten Halbjahr 2011", sagt sie. Der Trend sehe positiv aus und insgeheim hoffe sie auch auf noch mehr Besucher. "Es darf eben nicht zu heiß werden", hofft sie für das zweite Halbjahr.

Aufkommende Sommerhitze könnte auch dem Tierpark Ueckermünde einen Strich durch die Rechnung machen. Bald soll das Haff-Aquarium eröffnet werden. "Und bei Hitze transportiert man keine Fische", informiert Reintraut Prey, kommissarische Direktorin. Drum gehört sie derzeit nicht zu den gnadenlosen Sonnenanbetern. Zwar brauche es in den kommenden Monaten beileibe nicht so kalt und nass wie im zeitigen Frühjahr sein, aber mit Schwüle und Affenhitze sei wohl keinem geholfen. Dabei blickt der Ueckermünder Tierpark vielen Höhepunkten entgegen: So eröffnet am 12. Juli die Wolfsausstellung und es sei auch nur noch eine Frage der Zeit, bis der neue Kinderspielplatz - unter Beteiligung vieler Firmen - eingeweiht werde.

Vom Wetter unbeeindruckt zeigt sich die Deutsche Wildtier Stiftung in Klepelshagen (Kreis Vorpommern-Greifswald). "Leider", wie die Pressesprecherin Eva Goris gesteht. Denn die Wildtier Stiftung bei Strasburg plagt ein viel größeres Problem: Besucher-Mangel zu allen Jahres- und Wetterzeiten. "2011 hatten wir 6000 Besucher, 20 000 hätten wir gebraucht. Und 2012 sieht es nicht besser aus", wirft Eva Goris einen skeptischen Blick in die Zukunft. "Die Leute finden einfach nicht zu uns", so die Pressesprecherin.

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