Jugend debattiert : Rede-Duell der Spitzenklasse

Pro und Contra: Frederike Wende und Mette Bluhm debattieren gegen Torben Dehner und Kim Ariane Schmidtchen (v. l.).
Pro und Contra: Frederike Wende und Mette Bluhm debattieren gegen Torben Dehner und Kim Ariane Schmidtchen (v. l.).

Landeswettbewerb von Jugend debattiert bringt die besten Argumentierer Mecklenburg-Vorpommerns zusammen.

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28. April 2015, 21:00 Uhr

Mette Bluhm ist angespannt. Ihr bleibt eine Stunde. Eine Stunde, in der sie ihre Gedanken sammeln muss. Eine Stunde, in der sie alle Argumente noch einmal durchgeht. An ihrer Seite steht Frederike Wende. Mit ihr bildet Mette ein Team – nur so kann sie beim Landesfinale von Jugend debattiert gewinnen.

Deutschlandweit nehmen in diesem Jahr mehr als 200  000 Schüler an dem Debattierwettbewerb teil, in Mecklenburg-Vorpommern sind es knapp 5350. Gestern wurde das Finale des Landeswettbewerbes ausgetragen – im großen Plenarsaal des Landtages Mecklenburg-Vorpommern.

Dabei beginnt das Projekt eigentlich viel früher – und zwar mit einer Unterrichtsreihe für Schüler ab der 5. Klasse. Zuvor werden ihre Lehrer im Debattieren geschult und mit speziellen Unterrichtsmaterialien ausgestattet. Trainiert wird im Unterricht. Ab Klasse 8 können die Schüler an dem bundesweiten Wettbewerb teilnehmen. Wer Schul- und Regional-Wettbewerbe erfolgreich hinter sich gebracht hat, wird zum Landeswettbewerb eingeladen – so wie Mette und Frederike. „Jeder, der ins Finale geht, hat bereits zwei Runden debattiert“, erklärt Peer Klüßendorf. Der gebürtige Rostocker hat 2007 an dem Wettbewerb teilgenommen – und ist nie wieder davon abgekommen. Heute ist er Europa- und Vizeweltmeister im Debattieren. Gutes Argumentieren sei ein Garant für eine gelungene Kommunikation, so Klüßendorf. Und ganz nebenbei würde man eine Menge über politisch und gesellschaftlich relevante Themen lernen.

„Die Schüler müssen sich in ein Thema reindenken, sie müssen recherchieren, Fakten sammeln, Argumente erarbeiten. Sie müssen ihrem Gegner zuhören und auf dessen Argumentation reagieren.“ Ob die Schüler für oder gegen eine Fragestellung sind, wird von einer Jury vorgegeben. „Es kommt nicht darauf an, was man selber denkt. Die eigene Meinung ist meist unreflektiert“, sagt Jurymitglied Lucas Wiedemann. „Wer eine Seite vertreten muss, die er normalerweise nicht vertreten würde, muss sich erst einmal selber überzeugen“, ergänzt er.

Mette und Frederike müssen pro argumentieren. Ihre Frage: „Sollen an weiterführenden Schulen alle Schüler verpflichtet werden, im Rahmen eines Schulausfluges einen Gedenkort der deutschen Teilung zu besuchen?“ Bewertet werden die beiden Neuntklässlerinnen aus Lübz und Rostock nach vier groben Kriterien: Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft. „Ich kann eines mit Sicherheit sagen: Das Argumentieren vor vielen Leuten hat mein Selbstbewusstsein gestärkt“, sagt Mette. „Der Inhalt der Debatte ist wichtig, man darf sich nicht im Kreis drehen.“ Mit dieser Strategie hat es die Schülerin in ihrer Altersklasse gestern auf Platz 2 geschafft.

Die Gewinner: Kim Ariane Schmidtchen aus Neubrandenburg (Klasse 8 bis 10) sowie Gregor Heilborn aus Schwerin (Klasse 11 bis 13)

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