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Mecklenburg-Vorpommern

18. Dezember 2017 | 04:34 Uhr

Rechtsextreme im Osten des Landes stark

vom

svz.de von
erstellt am 23.Sep.2013 | 06:51 Uhr

Rostock | Trotz leichter Stimmenverluste bleibt die NPD gerade in ländlichen Regionen im Ostteil des Landes eine starke Kraft. Die rechtsextreme Partei hat dort in mehreren Wahlbezirken zweistellige Ergebnisse einfahren können. In Usedom-Stadt erreichte die NPD mit 12,0 Prozent der Stimmen sogar mehr Wähler als die SPD (11,7 Prozent). In Koblentz bei Pasewalk stimmten 23,4 Prozent der Wähler für die Rechten. Die Wahl habe gezeigt, dass das Stammwählerpotenzial der NPD weitgehend stabil sei, sagte der Politikwissenschaftler und Leiter des Regionalzentrums für demokratische Kultur in Anklam, Ingmar Dette. Im Vergleich zur Bundestagswahl 2009 sank der Stimmenanteil der NPD von 3,3 auf 2,7 Prozent.

Der Rostocker Politikwissenschaftler Martin Koschkar warnte vor einer Verharmlosung der rechtsextremen NPD. "Die 2,7 Prozent vom Sonntag können wir als das Stammwählerpotenzial der NPD in Mecklenburg-Vorpommern sehen", sagte er. Das unter bestimmten Bedingungen, etwa Protest gegen politische Entscheidungen, zusätzlich mobilisierbare Potenzial der NPD könne bis an neun Prozent heranreichen.

Wichtig sei, dass demokratische Parteien für die Bürger sichtbar, beständig und ansprechbar seien, sagte Politikwissenschaftler Dette. "Staatliche Regelstrukturen wie Gerichte müssten auch in den Flächenregionen erhalten bleiben." Mittelgroße Städte wie Anklam oder Demmin hatten in den vergangenen Wochen engagiert um den Erhalt ihrer Amtsgerichte gekämpft. Zudem müssten die Parteien ihre Wahlkampfstrategien für Flächenregionen verändern. Fraglich sei, ob die Anti-Rechts-Kampagne "Storch Heinar" auf dem Land so ankomme wie in Städten.

Aber auch im Westteil Mecklenburg-Vorpommerns gab es Orte mit einer starken NPD-Wählerschaft. In Groß Krams (Landkreis Ludwigslust-Parchim) erreichten NPD und SPD jeweils 18,2 Prozent - bei insgesamt 88 gültigen Stimmen. In Lübtheen, dem Wohnort des NPD-Bundesvize Udo Pastörs, schaffte die rechtsextreme Partei 7,7 Prozent. In der im Osten gelegenen Universitätsstadt Greifswald kam die NPD hingegen nur auf 1,9 Prozent.

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