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Mecklenburg-Vorpommern

20. November 2017 | 22:18 Uhr

Rebeccas Peiniger war schuldfähig

vom

Vier Tage lang wurde die junge Rebecca in einer Wohnung gefangen gehalten und mehrfach missbraucht. War ihr Peiniger zur Tatzeit zugedröhnt, wie er selbst behauptet? Jetzt liegt das medizinische Gutachten vor.

svz.de von
erstellt am 10.Apr.2013 | 10:04 Uhr

Rostock | Der vor dem Landgericht Rostock angeklagte Peiniger der 17-jährigen Rebecca war nach Ansicht des medizinischen Gutachters zur Tatzeit schuldfähig. Es spreche alles gegen den Zustand von "zugedröhnt durch Alkohol und Drogen", den Mario B. in seinem Geständnis vorgegeben hat, sagte der Gutachter gestern im Gerichtssaal. Es gebe keinen Hinweis auf eine Desorientierung. Dem mehrfach vorbestraften Mann wird vorgeworfen, das Mädchen im Oktober vergangenen Jahres nach einem Discobesuch vergewaltigt, in seine Wohnung verschleppt und mehrfach missbraucht zu haben. Nach viertägigem Martyrium war Rebecca die Flucht gelungen. Der Angeklagte hatte am ersten Prozesstag die Tat weitgehend gestanden. Er hatte ausgesagt, sich wegen des vielen Alkohols nicht an einige Details zu erinnern. Gleichzeitig hatte er eingeräumt, dass die Darstellung Rebeccas über den Ablauf der Gewalttat stimmen könne.

Der Gutachter empfahl dem Gericht, keine verminderte oder aufgehobene Steuerungsfähigkeit zur Tatzeit anzunehmen. Hinweise für seine Darstellung sah der Mediziner in der nicht öffentlichen Äußerung Rebeccas, dass der 28-Jährige klar gewirkt habe. Er habe auf die starke Blutung seines Opfers reagiert und in der Wohnung ihre Wunden gesäubert und verbunden. Dann habe er Rebecca gefesselt. Der Mann habe folgerichtig gehandelt, befand der Gutachter. Er habe die junge Frau gestützt und getragen, es sei keine Rauschproblematik zu erkennen.

Am zweiten Verhandlungstag hatte ein Rechtsmediziner Rebeccas Verletzungen als gravierend bezeichnet. So war das Nasenbein gebrochen. Eine tiefe Schnittwunde an der linken Hand wertete er als Folge einer Abwehrreaktion. Zudem habe es Fesselspuren an den Fußgelenken, Kratzer und blaue Flecken am ganzen Körper sowie eindeutige Anzeichen für Vergewaltigungen gegeben. Für Donnerstag kommender Woche sind die Plädoyers, für den 23. April ist das Urteil geplant. Das Gericht muss entscheiden, ob von Mario B. Wiederholungstaten zu erwarten sind und er nach Verbüßung einer Haftstrafe in Sicherungsverwahrung genommen werden soll.

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