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Mecklenburg-Vorpommern

24. November 2017 | 16:18 Uhr

Rebecca wurde offenbar verschleppt

vom

svz.de von
erstellt am 18.Feb.2013 | 06:23 Uhr

Rostock | Einen Tag nach dem Wiederauftauchen der 17-jährigen Rebecca aus Rostock geben die Ermittler weitere Details zu dem Fall bekannt. Eine Frage ist, ob das Mädchen missbraucht wurde. Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei geben am Dienstag eine Pressekonferenz. Ein Mann wurde drei Stunden nach dem Auffinden Rebeccas festgenommen. Nach dpa-Informationen ist er mehrfach vorbestraft unter anderem wegen Vergewaltigung und gefährlicher Körperverletzung. Er war auch schon zu einer Haftstrafe verurteilt worden.

Rebecca war seit dem frühen Samstagmorgen vermisst worden, nachdem das Mädchen einen Szene-Club am Rostocker Stadthafen verlassen hatte.
Nach mehrtägiger Suche wurde das Mädchen am Dienstagmittag auf einem Fabrikgelände entdeckt - wenige Kilometer von ihrem Elternhaus im Rostocker Stadtteil Toitenwinkel entfernt. Sie war offensichtlich in einer Wohnung festgehalten worden.

Rebeccas Familie ist erleichtert. Ihre Schwester veröffentlichte am gestrigen Nachmittag eine Nachricht, in der sie verkündete: "Rebecca lebt!" Tagelang hatten Eltern und Geschwister in Angst gelebt und zuletzt einen offenen Brief an Rebecca geschrieben: "Meine geliebte Schwester, wo bist du nur. Wir vermissen dich alle so. Deine Familie und Freunde stehen alle hinter dir. Wir werden dich finden... Du kannst dich auf uns verlassen. Du bist nicht allein. Ich liebe dich!"

Die Suche nach der 17-Jährigen hatte ganz Rostock in Atem gehalten. Mehr als zwei Tage lang durchkämmten Polizeibeamte den Bereich Stadthafen, Petriviertel und Dierkower Damm. Dabei waren eine Hundertschaft, Beamte mit speziell ausgebildeten Spürhunden und Tauchern im Einsatz. Jeder mögliche Weg, den Rebecca auf ihrem Heimweg genommen haben könnte, wurde intensiv abgesucht.

Die Suche führte zum Erfolg. Gestern gegen 14 Uhr konnte sich Rebecca selbst befreien. Sie sprang aus einem Fenster in einem Haus am Dierkower Damm und lief den Beamten entgegen. Sie konnte den Polizisten, die sie in Empfang nahmen, ihren Namen nennen. Unmittelbar danach wurde sie in Decken gehüllt und unter Polizeischutz ins Krankenhaus gebracht. Was genau Rebecca drei Tage und drei Nächte erlebte, diese Frage konnten oder wollten die Ermittler noch nicht beantworten. Bereits unmittelbar nach der Rettung gab es offensichtlich Hinweise auf ein Verbrechen, nicht weit von Fundort, hatten zirka 150 Polizisten ein Haus umstellt und komplett abgeriegelt.

Nach und nach rückten dann Kripobeamte an, jedoch ging niemand in den Aufgang Nummer 41. Erste Vermutungen, der mutmaßliche Täter befände sich noch in dem Gebäude, bestätigten sich nicht. Mit einem Spürhund nahmen die Beamten am späten Nachmittag die Suche auf, blieben jedoch bis in den Abend erfolglos. Möglicherweise ist der Täter sogar per Straßenbahn geflüchtet. An den Schienen der Haltstelle hatte der Hund die Spur verloren, wie unsere Zeitung von Augenzeugen erfahren hatte.

Am Abend kam die Nachricht ein Tatverdächtiger sei festgenommen. Gegen 17.30 Uhr konnte die Polizei auf Anordnung der Staatsanwaltschaft einen 28-jährigen Rostocker wegen des dringenden Tatverdachtes der Freiheitsberaubung, Körperverletzung und Nötigung festnehmen. Der Mann ist bereits polizeibekannt und mehrfach einschlägig vorbestraft, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Abend mit.

Seit dem frühen Morgen hatte eine Hundertschaft Bereitschaftspolizisten erneut die Fläche zwischen dem Stadthafen und dem Stadtteil Toitenwinkel durchkämmt. Es handelt sich dabei um ein unzugängliches Gebiet, das teilweise eine Industriebrache mit leerstehenden Gebäuden und Baracken ist. Die als äußerst zuverlässig beschriebene 17-Jährige war seit 2.30 Uhr am Samstagmorgen vermisst worden, nachdem sie einen Szene-Club am Stadthafen verlassen hatte.

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