Polizei durchsucht Wohnung nach Spice : Razzia in Rostock: Mann verkauft Drogen an Kinder

 
 

Wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz hat die Polizei mehrere Objekte in Rostock und Wismar durchsucht. Und sie wurden auch fündig

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11. August 2016, 14:23 Uhr

Sie werden als Badesalze, Kräutermischung oder Lufterfrischer verkauft, sind aber hoch gefährlich – so genannte Neue Psychoaktive Substanzen (NPS). Diese Legal Highs werden als Ersatz für Marihuana und Haschisch vertrieben. Im Kampf gegen diese Betäubungsmittel, deren Konsum immer wieder auch tödliche Folgen hat, haben Polizei und Staatsanwaltschaft gestern mehrere Geschäfte sowie Wohnungen in Wismar und Rostock durchsucht.

Verdächtigt wird ein 29-jähriger Wismaraner, der in Rostock zwei Headshops betreibt. Bei ihm sollen unter anderem 14- bis 15-Jährige so genannte Spice gekauft haben. Sie klagten über Vergiftungserscheinungen und mussten ärztlich betreut werden. Gerade bei Jugendlichen und Heranwachsenden ist die Wirkung dieser Substanzen, denen synthetische Cannabinoide beigemischt werden, verheerend. Allein 2015 sind nachweislich 39 Menschen am Konsum von NPS-Produkten gestorben, in Mecklenburg-Vorpommern waren es in diesem Jahr bereits drei.

Der Mann, der nun im Fokus der Ermittlungen steht, betreibt zwei Geschäfte in Rostock – eins in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt, eins im Rostocker Nordwesten. Vor Ort stellten Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft umfangreiches Beweismaterial sicher. Bei dem Verdächtigen soll es sich um ein führendes Mitglied des Rocker-Milieus handeln. Sollte sich der Verdacht gegen ihn erhärten und Anklage erhoben werden, droht ihm eine Freiheitsstrafe von einem bis zu 15 Jahren wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz, die gefährliche Körperverletzung wird nicht unter sechs Monaten bestraft.

Das Gefährliche an NPS ist, dass ihre Zusammensetzung ständig variiert. Seit der Änderung des Betäubungsmittelgesetzes vom 1. Juni 2016 sind einige Mischungen verboten. „Aber darauf reagieren die Händler und verändern die Zusammensetzung“, erklärt Staatsanwalt Harald Nowack. Das mache den Bereich der NPS zu einer rechtlichen Grauzone. „Nicht selten versehen die Händler die Produkte mit dem Hinweis ,Nicht zum Verzehr geeignet’“, berichtet Sophie Pawelke, Sprecherin des Polizeipräsidiums Rostock. Nichtsdestotrotz gelte der Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung, sollte der Verdächtige gewusst haben, welche Auswirkungen der Konsum der Produkte hat, betont Nowack. Juliane Hinz

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