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Mecklenburg-Vorpommern

23. November 2017 | 19:58 Uhr

Landtag MV : Raus aus der AfD – und dann?

vom
Aus der Onlineredaktion

Konservative der CDU werben um abtrünnige AfD-Mitglieder. Doch für die stehen andere Aufgaben im Vordergrund

svz.de von
erstellt am 09.Okt.2017 | 21:00 Uhr

Sein Parteiaustritt hat dem früheren AfD-Fraktionsgeschäftsführer im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern, Matthias Manthei, auch Anerkennung von der politischen Konkurrenz eingebracht. „Für diesen Schritt, für seine kluge Analyse und vor allem für sein Wertebekenntnis hat er meinen vollen Respekt“, erklärte der frisch gebackene CDU-Bundestagsabgeordnete Philipp Amthor. Mehr noch: Amthor unterstützt offenbar auch den Kurs des konservativen Unionsflügels, abtrünnigen AfD-Mitgliedern die Tür für den Eintritt in die CDU offenzuhalten. „In Deutschland gibt es für Konservative nur eine seriöse Partei. Die CDU“, heißt es in der Erklärung des Bundestagsabgeordneten zu Mantheis Parteiaustritt weiter. Das klingt wie eine Einladung.

Die erste Offerte dieser Art hatte der CDU-Landesvize und Sprecher der CDU-Konservativen, Sascha Ott, bereits vor knapp zwei Wochen nach der Spaltung der AfD-Fraktion im Landtag unterbreitet. In der AfD gebe es Leute mit gemäßigtem Kurs, die passten wieder oder neu in die CDU, so die Einschätzung von Ott. Vier Mitglieder des eher bürgerlichen Flügels hatten eine eigene Fraktion gegründet, die Bürger für Mecklenburg-Vorpommern (BMV). Neben dem früheren Co-Landesvorsitzenden, Bernhard Wildt, haben Christel Weißig und nun auch Matthias Manthei ihren AfD-Austritt angekündigt. Laut Ott würden gemäßigte Abtrünnige wie Manthei eine Bereicherung des konservativen CDU-Flügels darstellen.

Die Reaktionen auf das Angebot der CDU-Konservativen fallen bisher noch verhalten aus. „Ich habe das zur Kenntnis genommen“, erklärte Matthias Manthei gegenüber unserer Redaktion. Im Vordergrund stehe derzeit aber der Aufbau der BMV-Fraktion. Für eine Diskussion über eine neue Parteimitgliedschaft sei es noch zu früh. „Ich bin noch lange nicht so weit“, sagte Man-thei weiter. Grundsätzlich gebe es zwei Optionen: Der Eintritt in eine bestehende oder in eine neue Partei, womit das Projekt der ehemaligen AfD-Frontfrau Petry gemeint sein dürfte.

Auch die CDU-Führung im Land übt sich in Zurückhaltung. „Die Austritte aus der AfD-Fraktion sind wenige Wochen alt. Wir müssen jetzt erst einmal in Ruhe die weitere Entwicklung abwarten. Aktuell gibt es überhaupt keinen Handlungs- oder Entscheidungsbedarf“, teilte der CDU-Landesvorsitzende und Fraktionschef , Vincent Kokert, mit.

Die AfD im Land taumelt dagegen weiter in die Krise – gestern zog sich ein weiterer Spitzenpolitiker aus der Parteiführung zurück. Der Beisitzer im Landesvorstand, Michael Bertram, legte sein Amt nieder. „Der Gesamtzustand des Landesverbandes ist besorgniserregend“, hieß es in einer schriftlichen Erklärung Bertrams. Viele Funktionsträger der AfD seien mittlerweile so weit nach rechts gerückt, dass ein Unterschied zur NPD kaum noch erkennbar sei. „Viele Kreisverbände sind rechts unterwandert.“ Einen Austritt aus der AfD ziehe er in Erwägung und werde darüber in den nächsten Wochen entscheiden.

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