Kippen tabu : Rauchstopp am Strand

Dr. Michael Köhnke: 'Bitte nicht rauchen.“
1 von 5
Dr. Michael Köhnke: "Bitte nicht rauchen.“

In Warnemünde sind zwei Strandabschnitte offiziell zu rauchfreien Zonen erklärt worden. Rostocks Tourismusdirektor Matthias Fromm betonte, dass der Verzicht aufs Rauchen auf Freiwilligkeit beruhe. Also kein direktes Verbot.

svz.de von
08. Juni 2012, 10:13 Uhr

Warnmünde | Giftige Zigarrettenkippen sollen Kinder am Strandabschnitt 12 künftig beim Spielen nicht mehr finden können. Dafür sorgt eine neue Festlegung: In Warnemünde und am Abschnitt 8 in Markgrafenheide ist ein Nichtraucher-Bereich eingeweiht worden. Ein Schild weist darauf hin. Ein direktes Verbot ist es nicht. Das Schild setzt auf das Prinzip Freiwilligkeit beim Verzicht auf Zigaretten. "Um ein Verbot durchzusetzen, fehlt uns Geld und Personal", sagt Tourismusdirektor Matthias Fromm.

Rauchende Erwachsene animieren Kinder

"Kinder müssen am Strand spielen können, ohne auf giftige Zigarettenkippen zu stoßen", sagt Staatssekretär Nikolaus Voss vom Sozialministerium bei der gestrigen Einweihung.

Angeregt worden war diese Idee von der Fraktion der Grünen, die im vergangenen Jahr einen Antrag auf rauchfrei Strände eingebracht hat. 2011 hat es eine Testphase gegeben. Die Bilanz fällt so aus: "Es waren viel weniger Kippen am Strand zu finden, das sagen auch die Leute von unserem Bauhof, die den Strand reinigen", sagt der Tourismusdirektor.

Die aktuelle Einstufung als Nichtraucherbereich ist von der Touriszentrale Rostock und Warnemünde sowie dem Aktionsbündnis "MV Rauchfrei" durchgesetzt worden.

"Als Aktionsbündnis liegen uns die Kinder und Jugendlichen am Herzen. Je früher mit dem Tabakkonsum begonnen wird, desto schwerer ist die gesundheitliche Belastung", sagt Bündnis-Sprecher Prof. Ulrich John. Nichtraucherstrände sind eine hervorragende Chance für die positive Vorbildwirkung von Erwachsenen. "Negativ-Vorbilder sollten wir vermeiden. So animiert jeder rauchende Erwachsene potenziell Kinder und Jugendliche zum Tabakkonsum", so John.

Mit im Boot der Initiatoren und Befürworter dieser gesundheitsfördernden Idee ist Chefarzt Dr. Michael Köhnke von der Friedrich-Petersen-Klinik und der Evangelischen Suchtkrankenhilfe. "Selbst wenn zwei zigarettenfreie Abschnitte nur ein kleiner Baustein sind, ist das aber ein wichtiger Schritt zum Schutz von Nichtrauchern durch den Wegfall vom Passivrauchen", sagt der Mediziner.

Touristen und Warnemünder, die gestern von diesem neuen Hinweis erfahren haben, begrüßen es mehrheitlich. Unabhängig, ob sie Raucher oder Nichtraucher sind. "Ich akzeptiere das und kann auch woanders rauchen", sagt Surfer Jan-Willem Höltgemeier. "Ich habe vor Kindern Vorbildfunktion", sagt der Student.

Kinderpflegerin Jasmin Dziedzioch aus der Kita Strandmuschel befürwortet das: "Es ist deutlich sauberer", weiß die junge Mutter. Jeder kennt schließlich das Bild, dass Kinder alte Kippen aus dem Sand fischen und sich in den Mund stecken. "Das passiert dann seltener", sagt sie.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen