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Mecklenburg-Vorpommern

18. November 2017 | 22:55 Uhr

Generation Nichtraucher : Rauchen ist out

vom

Junge Leute greifen seltener zur Zigarette. Der Anteil von Rauchern unter Jugendlichen hat sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als halbiert. Das geht aus einer Erhebung zum Suchtmittelkonsum hervor.

svz.de von
erstellt am 10.Feb.2012 | 08:04 Uhr

Junge Leute greifen seltener zur Zigarette. Der Anteil von Rauchern unter Jugendlichen hat sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als halbiert. Das geht aus einer Erhebung zum Suchtmittelkonsum hervor, die die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gestern vorgestellt hat. Der Studie zufolge rauchten 2001 noch 28 Prozent der 12- bis 17-Jährigen. 2010 waren es noch 12,9 Prozent, im vergangenen Jahr weniger als 12 Prozent. Gleichzeitig verdoppelte sich in dieser Altersgruppe nahezu der Anteil derjenigen, die noch nie in ihrem Leben geraucht haben, von 40,5 auf 70,8 Prozent.

Rauchen ist bei jungen Leuten in Deutschland ziemlich out - Saufen bis zur Besinnungslosigkeit gehört aber trotz aller Appelle für viele dazu. Mit Mechthild Dyckmans (FDP), Drogenbeauftragte der Bundesregierung, sprach Rasmus Buchsteiner über die neuesten Zahlen zum Suchtmittelkonsum.

Nach einer neuen Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung rauchen, trinken und kiffen heute deutlich weniger Jugendliche als in der Vergangenheit. Können Sie Entwarnung geben?

Dyckmans: Zeit für Entwarnung ist sicherlich noch nicht. Wir haben uns in den letzten Jahren bei der Prävention auf Kinder und Jugendliche konzentriert. Und da sind wir ein gutes Stück vorangekommen. Ich bin sehr froh, dass wir inzwischen echte Erfolge vorweisen können. Alkohol gehört nicht in die Hände von Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren. Das ist die klare Botschaft, die auch in der Gesellschaft angekommen ist. Was mir nach wie vor Sorge macht, ist der regelmäßige Alkoholkonsum bei jungen Erwachsenen zwischen 18 und 25 Jahren. Mehr als 40 Prozent der jungen Menschen in dieser Altersgruppe betrinken sich sogar mindestens einmal im Monat. Gegen dieses gefährliche Rauschtrinken müssen wir etwas tun, damit daraus nicht später eine Alkoholabhängigkeit entsteht.

Was halten Sie davon Alkoholkonsum- und Verkauf an bestimmten Orten oder zu bestimmten Zeiten zu verbieten?

Aufklärung über die Gefahren des Alkoholmissbrauchs steht für mich an erster Stelle. Wenn erwiesen ist, dass ein nächtliches Verkaufsverbot, wie in Baden-Württemberg, tatsächlich den Konsum verringert, kann dies ein mögliches Instrument der Gesundheitsprävention sein. Führt es aber dazu, dass der Alkohol nur zu einer anderen Zeit gekauft wird, ist es nicht sinnvoll. Allerdings sollte grundsätzlich nicht bei jeder Gelegenheit, zu jeder Zeit und an jedem Ort Alkohol getrunken werden. Deshalb unterstütze ich es, dass sich immer mehr Verkehrsunternehmen für ein Alkoholverbot in Bussen, Bahnen und Zügen entscheiden.

Nächste Woche stellen Sie die neue Strategie der Bundesregierung zur Sucht- und Drogenpolitik vor. Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) will Tabakwerbung auf Plakaten und im Kino verbieten. Ein sinnvoller Schritt?


Das Bundeskabinett wird sich am Mittwoch mit der Strategie befassen. Ganz grundsätzlich kann ich sagen, dass sie verschiedene Maßnahmen enthalten wird. Erst danach werde ich die Strategie im Einzelnen vorstellen. Wenn das Bundesverbraucherschutzministerium eine solche Initiative starten will, hätte es meine Unterstützung.

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