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Mecklenburg-Vorpommern

23. August 2017 | 06:13 Uhr

Raubbau an der Kultur empört Bürger

vom

Altstadt | Die Entscheidung des Aufsichtsrates der Theater gGmbH, die Fritz-Reuter-Bühne zu schließen und weitere drastische Sparmaßnahmen einzuleiten, um die Zukunft des Mecklenburgischen Staatstheaters zu sichern, hat für einen Aufschrei der Empörung gesorgt.

Harald Ringstorff ist schockiert: "Ich bin entsetzt, das kann doch nicht wahr sein, dass die Fritz-Reuter-Bühne geschlossen werden soll", sagte der langjährige Ministerpräsident, dessen Wort als Freund und Förderer der niederdeutschen Sprache Gewicht hat, gestern gegenüber unserer Zeitung. So etwas dürfe das Land nicht zulassen, es widerspräche der Verfassung. Dort heißt es in Paragraf 16: "Das Land schützt und fördert die Pflege der niederdeutschen Sprache." Hier sei auch die Landesregierung in der Pflicht.

Noch deutlicher ist die Reaktion von Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow: "Das Land stiehlt sich aus seiner Verantwortung und betreibt einen beispiellosen Raubbau an der Kultur", sagte Gramkow. "Wir haben Gespräche mit Rostock und den Umlandkreisen geführt, um Kooperationsbeziehungen zu erreichen, aber innerhalb von ein paar Wochen lassen sich keine neuen Strukturen schaffen." Um eine Insolvenz des Theaters abzuwenden, bliebe nun keine andere Wahl als dramatische Sparmaßnahmen durchzuführen.

Für die Fritz-Reuter-Bühne kommt dieser Beschluss des Aufsichtsrates völlig überraschend. Gerade erst wurde das Ensemble anlässlich des 85. Jahrestages seiner Gründung gefeiert und hat aus diesem Grund eine eigene CD produziert, nun soll es komplett abgewickelt werden. Dabei blickt es auf eine überaus erfolgreiche Spielzeit zurück: 2010/11 gab es 70 Vorstellungen in Schwerin und 80 auf Gastspielen in Mecklenburg-Vorpommern und ganz Deutschland. Mit dem Erfolgsstück "Das Feuerwerk" soll die Fritz-Reuter-Bühne im März 2012 auf Tournee geben, bei der 21 Vorstellungen im deutschsprachigen Raum gespielt werden, unter anderem auch in der Schweiz und Österreich.

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erstellt am 16.Dez.2011 | 12:32 Uhr

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