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Mecklenburg-Vorpommern

21. September 2017 | 14:30 Uhr

Prozess in Schwerin : Raub mit Axt

vom
Aus der Onlineredaktion

Prozess nach Überfall auf eine Tankstelle

von
erstellt am 12.Sep.2017 | 21:00 Uhr

Obwohl sie in Fußfesseln aus der Untersuchungshaft in den Gerichtssaal geführt wurden, waren beide Angeklagten gut gelaunt. Auch während der Verhandlung ging einem der beiden immer wieder ein Lächeln durchs Gesicht, als sei ihm der Ernst seiner Lage nicht deutlich. Der 27-Jährige und sein 20-Jähriger, mutmaßlicher Komplize stehen seit heute wegen eines bewaffneten Raubüberfalls auf eine Tankstelle in Neustadt-Glewe vor dem Landgericht in Schwerin.

Dem Älteren droht wegen verminderter Schuldfähigkeit die Einweisung in eine psychiatrische Anstalt, sofern er der Tat überführt wird. Er bestreitet sie. Der Jüngere könnte glimpflich davonkommen, denn einen Monat nach der Tat zeigte er sich selbst an.

Äußerlich ruhig verfolgte die 51-jährige Tankstellen-Angestellte den Prozess. Doch das unbekümmerte Auftreten der beiden Angeklagten muss auf sie verstörend gewirkt haben. Am 26. Februar zählte sie gerade die letzten Einnahmen, als zwei maskierte Täter hereinkamen. Der eine war laut Anklage mit einem Messer, der andere mit einer Axt bewaffnet. „Überfall, Überfall“, rief der eine, „gib mir dein ganzes Geld“. Er sprang über den Tresen, drückte die verängstigte Frau an die Wand und schnappte sich zwei Geldkassetten. Zu Fuß entkamen die Räuber mit 670 Euro Beute durch ein Waldstück, hinter dem offenbar zwei weitere Mitwisser im Auto warteten. Den Großteil der Tageseinnahmen der Tankstelle hatte allerdings ein Geldbote längst abgeholt.

Mitte März kam es offenbar zu einem heftigen Streit im Umfeld der Täter, zu dem die Polizei hinzugeholt wurde. Im Zuge der Ermittlungen soll der 20-jährige über den Raubzug auf die Tankstelle ausgepackt haben, berichtete ein Polizist als Zeuge vor Gericht. „Er kam freiwillig und ich merkte, er wollte etwas loswerden.“ Das Geständnis sei vermutlich „eine Erleichterung für ihn“ gewesen.

Demnach wollten die beiden den Überfall bereits einige Tage vorher begehen, es kam ihnen jedoch etwas dazwischen. Sie hatten bereits aus einem Auto eine Bundeswehruniform gestohlen. An jenem 26. Februar zog der eine die Jacke, der andere die Hose dieser Uniform an, bevor sie sich auf den Weg zur Tankstelle machten. Dort nutzte der eine den Haupt- und der andere den Nebeneingang, als wollten sie sicherstellen, dass die Kassiererin allein im Gebäude war. Auch wenn der Überfall kaum eine Minute dauerte und niemand verletzt wurde, die Angestellte wird die Erinnerung daran noch lange verfolgen.

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