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Lübzer Pils-Ostsee-Meeting 2014 : Rasse und Klasse beim Galopprennen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Gut dotierte Rennen, hohe Hutquote, Einsätze im Wettbüro: Tausende beim Lübzer-Ostsee-Meeting auf Deutschlands ältester Pferdebahn

svz.de von
erstellt am 18.Aug.2014 | 08:00 Uhr

Sprudelwasser, Canapés und eine Picknickdecke - so haben viele Besucher vom Lübzer Pils-Ostsee-Meeting 2014 die Pferderennen am vergangenen Wochenende bei Bad Doberan genossen. So auch Susanne Widdecke und Freundin Kathleen Voigt. Sie machten es sich direkt neben der Rennstrecke, fernab des Trubels, gemütlich. Für die beiden Freizeitreiterinnen war es eine Premiere. „Wir selbst reiten Springen und Dressur, aber Pferderennen sehen wir das erste Mal“, sagt Kathleen Voigt. Sie kennt Derbys sonst nur aus dem Fernsehen. Wie die Tiere in die Startboxen geführt werden, war für sie ein seltener Anblick.

Trotzdem ließ sie es sich nicht nehmen, beim Wetten dabei zu sein. „Da ich die Pferde nicht kenne, tippe ich auf das Tier mit dem schönsten Namen: Anna Bora“, sagt sie. Und damit lag Voigt goldrichtig. Die dunkle Stute vom Gestüt Röttgen belegte am Sonnabend beim ersten Rennen den ersten Platz. Das Rennen hatte absoluten Seltenheitswert. Denn das Pferd mit dem Namen Peace of Glory war – dank Zielfoto zu erkennen – genau gleichauf. Somit teilten sich beide Tiere und deren Jockeys den ersten Platz.

Dieser spannende Moment war nur einer von vielen, an die sich die tausenden Besucher des Ostsee-Meetings noch lange erinnern werden – wie in den Jahren zuvor. Seit 1993 trifft sich die Pferdegemeinde wieder auf Deutschlands ältester Pferderennbahn. Die zwischen Bad Doberan und Heiligendamm gelegene Galoppbahn war am 11. August 1823 als erste Rennbahn auf dem europäischen Festland eröffnet worden. Bis 1943 waren die hochklassigen Wettbewerbe gesellschaftliche Ereignisse. Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden nur noch wenige unbedeutende Rennen statt, das letzte 1956. Dann verfielen die Gebäude endgültig. Die Wiedereröffnung des 1800 Meter langen Ovals, das an alter Stelle wieder angelegt wurde, erfolgte schließlich1993.

Und so wurde auch in diesem Jahr neben den vielen hoch dotierten Rennen für die ganze Familie wieder etwas geboten. Während rund 140 Damen am Freitag um die schönste Kopfbedeckung warben – ein bisschen sehen und gesehen werden gehörte natürlich auch dazu – , konnten sich die Kleinen mit Ponyreiten oder auf einer Hüpfburg begnügen.

Leider machten die Regenschauer keinen Bogen um die Galopprennbahn. Die meisten Gäste hatten mit Regenschirmen vorgesorgt, aber die Besucher in den Vip-Zelten hatten es da doch etwas bequemer. Trocken untergebracht brauchten sie sich keine Sorgen über das Wetter machen. Der Reitsport stand trotz Wetterkapriolen im Mittelpunkt.

Während die Galopprennen für die einen ein schönes Spektakel boten, sahen es die anderen ganz professionell. Da wurden die Tiere im Schauring begutachtet und auf das bestaussehendste Exemplar gesetzt. „Wir schauen auf die Muskulatur, die Haltung, das Temperament aber auch auf die Herkunft“, sagt Frank Matte. Er ist zwar kein Experte, bringt aber als ehemaliger Pferdezüchter einige Erfahrung mit. Er setzte auf britische Vollblüter, weil sie den besten Stammbaum haben. „Oftmals haben auch Halbblüter das richtige Temperament“, sagt er.

 

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