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Verkehrsunfallstatistik MV : Raser machen der Polizei zu schaffen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Polizei registriert fast 200.000 Ordnungswidrigkeiten bei Geschwindigkeitsmessungen in MV.

Nach der großen Zahl von Verkehrsunfällen über Ostern mit vier Todesopfern allein in MV hat Innenminister Lorenz Caffier (CDU) zu mehr Vorsicht am Steuer aufgerufen. „Ostern war ein sehr trauriges Wochenende für uns“, sagte Caffier am Dienstag in Schwerin bei der Vorstellung der Verkehrsunfallstatistik 2016.

Insgesamt starben 2016 bei Verkehrsunfällen in MV 89 Menschen, vier weniger als 2015, aber neun mehr als 2013. Landesweit ereigneten sich fast 57 000 Unfälle, mehr als 7000 Menschen wurden verletzt. Caffier: „Die drei Todsünden im Straßenverkehr sind zu schnelles Fahren, Alkohol am Steuer und Vorfahrtsfehler.“ Deshalb blieben für die Landespolizei Geschwindigkeitskontrollen nach wie vor äußerst wichtig. 194 500 Ordnungswidrigkeiten wurden bei Geschwindigkeitsmessungen bzw. Anhaltekontrollen bei Rasern registriert. Zum Vergleich: Es gab knapp 25 000 Gurtverstöße. 3650 Alkoholfahrer wurden ertappt.

 

Die Zahl der gemessenen Geschwindigkeitsüberschreitungen sank allerdings insgesamt um 8500. Ob das an sinkendem Kontrolldruck liegt, konnte der Inspekteur der Landespolizei, Wilfried Kapischke, nicht sagen. „Die Anhaltekontrollen insgesamt werden nicht erfasst“, bleibt er vage. Das war vor Jahren anders. Kapischke betont jedoch als Indiz für steigenden Kontrolldruck, dass die Geschwindigkeitsverstöße bei Anhaltekontrollen von 56 600 auf 58 200 stiegen.

MV beteiligt sich nicht mehr am bundesweiten Blitzermarathon. Innenminister Caffier begründet das mit fehlenden bundeseinheitlichen Regelungen. Allerdings ist bei der Polizei auch immer wieder zu hören, dass dafür an Kapazitäten fehlen. Nur 20 Prozent der Polizeitätigkeit im Jahr wird für die Verkehrsüberwachung verwandt. Caffier betont dennoch: „Geschwindigkeitskontrollen bleiben wichtig und notwendig. Aber wir müssen mehr machen, mehr erreichen. Vor allem müssen wir die Menschen ansprechen, die das Lenkrad in der einen und das Smartphone in der anderen Hand halten. Während der Fahrt online zu sein, führt schnell dazu , für immer offline zu sein.“

Jedoch gebe es auch Besonderheiten: „Im Vergleich der Bundesländer weist MV die mit Abstand höchste Tourismusintensität in Deutschland auf. Das hat selbstverständlich Auswirkungen auf die Verkehrsdichte und dementsprechend auf das Unfallrisiko“, so der Innenminister.

 

 

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erstellt am 18.Apr.2017 | 20:45 Uhr

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