Rasen und saufen: Die Sünderliste

Akten der Sünder in Flensburg. Foto: dpa
Akten der Sünder in Flensburg. Foto: dpa

svz.de von
24. April 2012, 08:03 Uhr

Rund 47 Millionen Punkte sind in der Flensburger Verkehrssünder-Kartei vermerkt. Die meisten von ihnen haben Deutschlands Autofahrer weiterhin dem Rasen zu verdanken, egal ob männlich oder weiblich. „Im vergangenen Jahr haben wir die magische Schwelle von neun Millionen Menschen überschritten, die im Verkehrszentralregister erfasst sind“, sagte der Präsident des Kraftfahrt-Bundesamtes, Ekhard Zinke, gestern bei der Vorstellung des Jahresberichts in Flensburg. Das waren 0,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Männer stellen weiter das Gros der Sünder. Etwa sieben Millionen sind in Flensburg erfasst – 77,5 Prozent. „Die Geschwindigkeitsverstöße sind weiter deutlich dominierend“, sagte Zinke. Insgesamt 57,1 Prozent aller Eintragungen beruhen darauf. Danach folgen Alkoholfahrten und Vorfahrts-Vergehen. Während Männer sich öfter mit Alkohol ans Steuer setzen, missachten Frauen im Vergleich häufiger die Vorfahrt.

Die überwiegende Mehrheit der Verkehrssünder – rund fünf Millionen – hat allerdings nur bis zu drei Punkte auf dem Flensburger Konto. Etwa 500000 Menschen haben allerdings acht und mehr Punkte, davon allerdings nur zehn Prozent Frauen. Überrascht ist Zinke darüber, dass immer weniger Verkehrsteilnehmer durch die freiwillige Teilnahme an Seminaren Punkte abbauen.
Sorge bereitet Zinke die weiter ansteigende Zahl der Fälle von Handy-Nutzung am Steuer. 450000 Vergehen registrierte die Behörde im vergangenen Jahr. Das waren 27000 Fälle mehr als noch 2010. Außerdem fahren seit Jahren mehr Menschen ohne Gurt Auto. Die Zahl der Fälle verdoppelte sich seit 2007 nahezu auf 5800. „Das finde ich schon richtig dramatisch“, sagte Zinke. Ein nicht angelegter Sicherheitsgurt sei eine der vier Hauptursachen für 75 Prozent aller tödlichen Unfälle neben Tempo-Überschreitungen, Alkohol am Steuer und dem Fahren bei Rot.
Zudem sprechen die Behörden immer weniger Fahrverbote aus und entziehen auch in weniger Fällen den Führerschein. 2010 wurden 431632 Fahrverbote ausgesprochen (minus 7 Prozent) und 109821 Führerscheine entzogen (minus 9 Prozent).


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