Spiel in Demmin abgebrochen : Randale in der Landesklasse

Demminer Anhänger während des Spiels
Demminer Anhänger während des Spiels

Gäste fühlten sich von Vermummten bedroht

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30. November 2015, 19:14 Uhr

Randale ist nicht nur ein Phänomen der großen Fußballvereine. Am Sonntag musste ein Spiel der Landesklasse zwischen dem Demminer SV 91 und der SpVgg Victoria Neustrelitz wegen Zuschauerausschreitungen nach einer Stunde vom Schiedsrichter abgebrochen werden. Die Gästemannschaft aus Neustrelitz wurde unter Begleitschutz der Polizei aus dem Demminer Stadion der Jugend geführt. „Wir hatten einfach nur noch Angst. Das war Wahnsinn“, wird Gäste-Coach Marcel Friese im Nordkurier zitiert.

Ein Bild, das gestern im Internet kursierte, zeigt knapp 20 maskierte Demminer Anhänger während des Spiels. Ihre Gesichter haben sie unter Skimützen in den Vereinsfarben grün und weiß verborgen. „Es waren einige polizeibekannte Gewalttäter dabei“, sagte gestern eine Polizeisprecherin in Neubrandenburg. Diese Gruppe soll die Neustrelitzer Spieler und mitgereisten Fans attackiert und bedroht haben. Die Polizei ermittelt. Einen politischen Hintergrund hätten die Attacken nicht gehabt, so die Polizeisprecherin. Mit den Ausschreitungen in der Landesklasse in Demmin habe die Polizei im Vorfeld nicht gerechnet.

Auf seiner Internetseite schreibt der gastgebende Demminer SV 91 in seinem langen Spielbericht viel über den Spielverlauf und wenig über die Randale, räumt aber ein: „In der Halbzeitpause zündeten sogenannte Demminer Fans wie schon vor Spielbeginn etliche Bengalos.“ Erst nach zwanzig Minuten Verspätung konnte die zweite Halbzeit angepfiffen werden. In der 60. Spielminute musste die Gruppe vermummter Fans von Ordnungskräften hinter die Absperrungen gebracht werden, schreibt der Demminer SV 91 auf seiner Internetseite weiter. Nachdem der Neustrelitzer Torwart der Schiedsrichterassistentin erklärte, er fühle sich bedroht und werde nicht mehr weiterspielen, brach der Schiedsrichter das Spiel ab. Mit der Wertung der Partie muss sich der Landesfußballverband beschäftigen.

Seit Jahren warnen Sicherheitsexperten davor, dass mit der Erhöhung der Sicherheit in großen Stadien gewaltbereite Hooligans in weniger geschützte, unterklassige Ligen ausweichen werden.

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