Aus dem Gerichtssaal : Räuberische Erpressung: Rostocker müssen ins Gefängnis

Sie haben ihr Opfer bedroht, geschlagen und ausgeraubt: 39 und 30 Jahre alte Männer zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

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18. April 2017, 20:45 Uhr

Zwei 39 und 30 Jahre alte Rostocker sind wegen besonders schwerer räuberischer Erpressung und gefährlicher Körperverletzung zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Am Dienstag verurteilte das Landgericht Rostock den Älteren zu sechs Jahren und den Jüngeren zu vier Jahren und neun Monaten Gefängnis.

Nach Überzeugung des Gerichts hatten beide im Herbst 2016 einen Mann über mehrere Monate bedroht, um Geld zu erpressen. Dabei war es um eine verkaufte Spielekonsole und verliehenes Geld gegangen. Die Anklage hatte sieben Jahre sowie vier Jahre und zwei Monate Haft gefordert.

Im November dann hatte der jüngere Angeklagte das Opfer mit einem Messer in seine Wohnung im Stadtteil Lütten Klein gezwungen. Dort schlugen später beide Angeklagten auf den Mann ein. Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, schoss der Jüngere mit einer Schreckschusswaffe in der Wohnung herum. Das verängstigte Opfer ging schließlich mit dem 39-Jährigen zur Bank und hob seine letzten 50 Euro ab. Danach drohte dieser ihn umbringen zu lassen, sollte er sich der Polizei anvertrauen. Die beiden Verurteilten hatten den Mann bereits im September auf offener Straße bedroht, geschlagen und die Begleichung angeblicher Schulden gefordert. Beide hatten sich vor Gericht teilweise geständig gezeigt.

Strafschärfend wertete das Gericht bei beiden unter anderem den langen Tatzeitraum. Bei dem 39-Jährigen kamen dessen 19 Vorstrafen und dass er zur Tatzeit auf Bewährung war, hinzu. Er verbüßt derzeit eine reguläre Haftstrafe wegen mehrfachen Fahrens ohne Fahrerlaubnis.

Dem 30-Jährigen kamen seine Reue und dass er keine Vorstrafen hatte, zugute. Er sitzt seit November in Untersuchungshaft und soll zudem in eine Entziehungsanstalt eingewiesen werden. Gegen das Urteil kann innerhalb von einer Woche Revision eingelegt werden.

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