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Torsten Jahn und Filmland gGmbH gehen getrennte Wege : Radikaler Umbruch beim Filmkunstfest MV

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Wenige Wochen nach dem Ende des diesjährigen Filmkunstfestes MV zeichnet sich an der Spitze überraschend ein Personalwechsel ab. Der Geschäftsführer der FilmLand M-V gGmbH, Torsten Jahn, gibt seinen Posten ab.

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erstellt am 01.Jul.2013 | 06:48 Uhr

Schwerin | "Das Filmkunstfest M-V in Schwerin sucht ein neues Gesicht." Was gestern scheinbar so nüchtern der Öffentlichkeit mitgeteilt wurde, kommt einer kleinen Sensation gleich. Wenn auch nicht ganz unerwartet. Torsten Jahn, langjähriger Geschäftsführer der FilmLand M-V gGmbH, die Trägerin des Schweriner Filmkunstfestes MV ist, trennt sich von der von ihm mitbegründeten gemeinnützigen Gesellschaft. Damit ist einer der wichtigsten und prestigeträchtigsten Posten in der Kulturszene des Landes frei geworden.

Jahn selbst begründete gestern seine Entscheidung mit dem Vorhaben des Aufsichtsrates, sich wieder im Wesentlichen auf das Filmkunstfest M-V als "Kerngeschäft" der Filmland gGmH konzentrieren zu wollen. Der Wegfall einzelner Geschäftsbereiche ermögliche es ihm nicht mehr, seine Vorstellung von der "einen Adresse in MV, wenn es um den Film geht", umzusetzen, so Torsten Jahn.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrates der Filmland, Dr. Uwe Hornauer, bedauerte diese Entscheidung und teilte mit, dass künftig Künstlerische Leitung und Geschäftsführung des Filmkunstfestes in den Händen nur noch einer Person liegen werden. Diese Position solle so schnell wie möglich neu besetzt werden. Bereits gestern war die Stelle auf der Homepage der FilmLand M-V gGmbH ausgeschrieben (Fristende: 1. August).

Die Zusammenlegung der beiden wichtigsten Positionen in der Gesellschaft biete die Chance, dem Filmkunstfest das eine "neue Gesicht" zu geben, das in der Lage sei, "dieses Filmfestival zu prägen und die überregionale Bedeutung des Filmkunstfestes nachhaltig zu stärken", so Hornauer.

Vorausgegangen waren dieser radikalen personellen Veränderung jahrelange Streitereien und Personalquerelen innerhalb der Filmland, die dem guten Ruf des Schweriner Filmkunstfestes als eines der erfolgreichsten und größten Publikumsfestivals der neuen Bundesländer mehr als abträglich waren.

Nachdem Hasso Hartmann, der langjährige Künstlerische Leiter des Filmkunstfestes mit engen, persönlichen Kontakten zur Filmbranche, 2010 wegen anhaltender Differenzen mit Torsten Jahn das Handtuch geworfen hatte, verließ auch Saskia Walker, die gemeinsam mit Stefan Fichtner das Festival im Team leiten sollte, das Filmkunstfest. Schließlich warf dann Fichtner selbst im Jahr 2011 hin. Somit hatte die Geschäftsführung drei Künstlerische Leiter in nur zwei Jahren verschlissen. Fichtner sprach damals im Gespräch mit unserer Zeitung von "unqualifizierten Eingriffen in den künstlerischen Bereich" von Seiten Jahns.

Als dann auch noch Elke Fentje Mülder, die erst im November 2012 als künftige Künstlerische Leiterin präsentiert worden war und Anfang März 2013 ihre Arbeit aufnehmen sollte, ihr Amt nicht antrat, weil sie "keine Bereitschaft zur Zusammenarbeit gespürt" habe, schien auch für den Aufsichtsrat der Filmland eine rote Linie überschritten. Zumal das Filmfest im Mai diesen Jahres erhebliche Einbrüche bei den Zuschauerzahlen zu verzeichnen hatte.

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