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Schleswig-Holsteinisches Oberlandesgericht beschließt Unfall-Richtlinie : Radfahrer ohne Helm tragen Mitschuld

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Stößt ein Fahrradfahrer mit einem anderen Verkehrsteilnehmer zusammen und verletzt sich am Kopf, trägt er eine Mitschuld, wenn das Tragen eines Fahrradhelms die Verletzungen ver- oder gemindert hätte.

svz.de von
erstellt am 18.Jun.2013 | 12:09 Uhr

Schleswig | Wenn ein Fahrradfahrer bei einem Zusammenstoß mit einem anderen Verkehrsteilnehmer stürzt und sich am Kopf verletzt, trägt er eine Mitschuld, wenn das Tragen eines Fahrradhelms die Verletzungen ver- oder gemindert hätte. Dies gilt auch dann, wenn sich der Unfallgegner verkehrswidrig verhalten hat. Dies geht aus einer Entscheidung des 7. Zivilsenats des schleswig-holsteinischen Oberlandesgerichts hervor, die gestern bekanntgegeben wurde (Urteil vom 5. Juni 2013; Az. 7 U 11/12). Für Radfahrer bestehe zwar keine Helmpflicht, heißt es in der Begründung, aber sie seien im täglichen Straßenverkehr einem besonderen Verletzungsrisiko ausgesetzt. Es sei unzweifelhaft, dass ein Helm vor Kopfverletzungen schütze, auch sei die Anschaffung wirtschaftlich zumutbar. Im konkreten Fall fuhr die Klägerin mit ihrem Fahrrad ohne Helm auf der Straße an einem am Straßenrand parkenden Auto vorbei. Die Autofahrerin öffnete unmittelbar vor der sich nahenden Fahrradfahrerin die Tür. Die Radlerin konnte nicht mehr ausweichen und stürzte. Dabei zog sie sich eine schwere Schädel-Hirn-Verletzung zu.

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