Rad-Serie : Radeln durch das Fischland

Wer die 134 Stufen des Darßer Leuchtturms  erklimmt, wird mit einem tollen Ausblick  belohnt.
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Wer die 134 Stufen des Darßer Leuchtturms erklimmt, wird mit einem tollen Ausblick belohnt.

In dem siebten Teil unserer Serie der schönsten Fahrradtouren in MV geht es in 35 Kilometern über den Darß

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17. Juli 2014, 11:40 Uhr

Der sogenannte Darß ist der knapp 70 Quadratkilometer große Mittelteil der Fischland-Darß-Zingst-Halbinsel. Die abwechslungsreiche Landschaft der Halbinsel lässt sich auf einer schönen Rundtour, mit dem Fahrrad erleben.

Um die einzigartige Landschaft aus Dünen, Bodden und Wäldern zu schützen, wurde im Jahr 1990 der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft ausgewiesen. Dieser ist mit einer Fläche von 786 Quadratkilometern der drittgrößte Nationalpark Deutschlands und umfasst auch einen Teil der offenen Ostsee.

An der Westseite des Darß wird Land durch das Meer abgetragen und mit den Strömungen nach Nordosten verdriftet, wo es sich am Darßer-Ort-Riff in Form von Nehrungen ablagert. So wächst die Landspitze pro Jahr um drei bis vier Meter, was der Fläche eines Fußballfelds entspricht.

Der nächstgelegene Bahnhof befindet sich in Barth. Auf dem Deichradweg von Zingst kommend, erreicht man mit dem Rad vor Prerow die rechter Hand gelegene Hohe Düne. Hier soll die Tour starten. Weiter geht es auf dem Radweg durch den Wald zur sogenannten Seemannskirche. Früher diente sie den Seeleuten als Wegweiser und erhielt so ihren Namen.

Entlang des ehemaligen Prerower Stroms geht es zur Prerower Seebrücke. Von hier aus gelangt man zum Darß-Museum, das über Kultur- und Landschaftsgeschichte des Darß informiert. Nebenan befinden sich die Heimatgalerie sowie das Bernsteinmuseum von Prerow. Weiter Richtung Darßer Ort gelangen Radlrer bald in die Kernzone des Nationalparks, wo es zum Schutz der Tiere und der Vegetation verboten ist, die ausgewiesenen Wege zu verlassen. Von hier aus lohnt sich ein Abstecher zum Leuchtturm Darßer Ort.

In dem 35 Meter ­hohen Turm befinden sich das Natureum, ein Museum mit Ausstellungen zu Flora und Fauna auf dem Darß, sowie ein Café. Besucher dürfen die 134 Stufen des Leuchtturms bis zur Aussichtsplattform besteigen und kommen in den Genuss des grandiosen Rundumblicks über den Darßer Ort.

Weiter führt der Weg durch Erlen- und Buchenwälder zum Raesfeld-Denkmal, das zu Ehren von Ferdinand Freiherr von Raesfeld (1855–1929), einem langjährigen Förster des Darßwalds, errichtet wurde. Nur wenige Meter weiter befindet sich eine Infotafel, die auf das ehemalige Meeresufer hindeutet, das sich vor etwa 6 000 Jahren an dieser Stelle befand und sich auch heute noch als deutliche Kante im Wald erkennen lässt. Diese sogenannten Reffe, alte Stranddünenwälle, wechseln sich ab mit den Riegen, lang gestreckten Vertiefungen, die zwischen den Wällen erhalten blieben.

Das nächste Ziel ist das malerische Örtchen Born, mit seinen vielen reetgedeckten Häusern. Am Hafen des Ortes, können sich hunrige Radler stärken. Der Hafen ist auch Anlegestelle für einige Schiffe, die Touren auf dem Bodden anbieten. Außerdem gibt es einen Fährverkehr nach Prerow oder ans Festland nach Fuhlendorf. Die Mitnahme von Fahrrädern ist möglich.

Sehenswert ist in Born die Fischerkirche, eine reetgedeckte, 1935 erbaute Holzkirche. Inte-ressant, vor allem für Kinder, könnte auch der Besuch des Darßer Kletterwalds und das Forst- und Jagdmuseum Ferdinand von Raesfeld sein, das mithilfe einer Vielzahl von Exponaten einen Einblick in die Geschichte des Darßwalds als Jagd- und Forstrevier bietet.

Fährt man weiter Richtung Wieck erreicht man nach kurzer Fahrt den Bodstedter Bodden, mit einem schönen Ausblick über die zum Nationalpark gehörende Wasserfläche. In Wieck selbst ist ein Besuch der Darßer Arche mit der Nationalparkausstellung empfehlenswert.

Wer in dem Ort mit seinen malerischen, bunten Reetdachhäusern einige Zeit verbracht hat, kann die letzte Etappe der Rundtour bis Prerow in Angriff nehmen, zurück bis zum Aussichtspunkt Hohe Düne.

Nächsten Donnerstag stellen wir Ihnen in unserer Serie vor: Das Biosphärenreservat Schaalsee.

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