Jugendgeschichtstag Schwerin : Radeln auf Geschichtspfad

Geschichte mit dem Rad erleben: Die Schüler vom Eldenburg-Gymnasium unternahmen zusammen mit weiteren Interessierten eine 232 Kilometer lange Fahrradtour an der innerdeutschen Grenze.
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Geschichte mit dem Rad erleben: Die Schüler vom Eldenburg-Gymnasium unternahmen zusammen mit weiteren Interessierten eine 232 Kilometer lange Fahrradtour an der innerdeutschen Grenze.

Das war eines der 25 Projekte, die beim Jugendgeschichtstag im Schweriner Schloss vorgestellt wurde

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27. November 2015, 19:06 Uhr

Sie begeben sich auf Spurensuche in der Region, durchforsten Archive und suchen das Gespräch mit Menschen, die ihnen Auskünfte geben können über eine Zeit, die sie selbst nicht miterlebt haben. Sie sind neugierig, zwölf bis 21 Jahre jung, und wollen ein Stück der Geschichte aufleben lassen. Genau sie zählen zu den mehr als 200 „Zeitenspringern“, die am gestrigen Freitag beim elften Jugendgeschichtstag im Schweriner Schloss teilgenommen und ihre Ergebnisse der achtmonatigen Projektarbeit vorgestellt haben.

„Die Zeitspanne ist festgelegt auf die NS-Zeit bis zur Nachwende-Zeit. Wichtig ist, dass es Zeitzeugen gibt“, sagt Dirk Siebernik, Projektkoordinator der Zeitsprünge-Projekte in MV. Zum ersten Mal können neben freien Trägern der Jugendarbeit, also Jugendeinrichtungen und Verbänden, Kirchengemeinden oder Stadtverwaltungen, auch Schulen am Jugendgeschichtstag teilnehmen. Zehn Schulprojekte haben sich in diesem Jahr neben 15 weiteren Projekten angemeldet.

So ging es beispielsweise für Schüler vom Eldenburg-Gymnasium Lübz, der Regionalen Schule Hagenow, dem Gymnasium Dorf Mecklenburg und weiteren Interessierten bereits im Juli mit dem Fahrrad auf Entdeckungstour. Mit Plakaten, Fotos und kleinen Filmen zeigen die Schüler beim Jugendgeschichtstag, was sie entlang der innerdeutschen Grenze – von Lübeck bis Dömitz – erlebt haben. Initiiert hat des Projekt die Landesbeauftragte für Stasi-Unterlagen und die Landeszentrale für politische Bildung MV in Zusammenarbeit mit der Vereinigung der Opfer des Stalinismus. „Während der Tour haben wir mit Zeitzeugen gesprochen. Es hat wirklich viel Spaß gemacht“, sagt die 17-jährige Julia Kuller aus Plau am See.

Spaß, aber auch einige Schwierigkeiten hatte die Projektgruppe vom Verein Politische Memoriale MV zu bewältigen. „Wir haben einen Geschichtspfad mit Schildern entwickelt“, sagt der 17-jährige Erik Ole Matthes aus Schwerin. An geschichtsträchtigen Orten der Landeshauptstadt wie dem Alten Garten oder dem Platz der Freiheit sollten diese Schilder mit einem QR-Code, der weitere Informationen auf das Smartphone sendet, aufgehängt werden. Jedoch waren die Auflagen der Stadt so groß, dass dies nun nicht geschehen wird. Die Schilder zeigen die Schüler dennoch auf dem Jugendgeschichtstag und verweisen auf eine jeweils dazugehörige Mappe, mit weiteren Informationen, die auf Anfrage Schulen zur Verfügung gestellt werden sollen.

In diesem Jahr präsentieren sich zudem einige der Gruppen wieder bei der großen Zeitsprünge-Gala im Plenarsaal des Landtages. Mit Musik, Theater und Tanz wird Geschichte erlebbar gemacht.

Den diesjährigen Jugendgeschichtstag hat der Landesjugendring organisiert, zusammen mit dem Sozialministerium, der Stiftung Mecklenburg sowie dem Institut für Qualitätsentwicklung MV vom Bildungsministerium und der Landeszentrale für politische Bildung. Jedes Projekt konnte zudem eine finanzielle Unterstützung von 1100 Euro vom Sozialministerium für die Recherchearbeit beantragen und die Darstellung in Form von Dokumentationen, Film und Broschüren umsetzen.

Insgesamt haben sich laut Veranstalter 5000 Jugendliche in den letzten elf Jahren bei den Zeitsprünge-Projekten beteiligt. „Es ist einfach wichtig zu wissen, was in der Vergangenheit passiert ist“, findet Erik und taucht zusammen mit anderen Teilnehmern wieder in die Zeiten vergangener Tage ein.

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