ADFC-Fahrradklima-Test : Rad-Angebote nur Mittelmaß

Jederzeit gute Fahrt? In Mecklenburg-Vorpommern nur bedingt – die Städte im Land könnten noch fahrradfreundlicher werden.
Foto:
Jederzeit gute Fahrt? In Mecklenburg-Vorpommern nur bedingt – die Städte im Land könnten noch fahrradfreundlicher werden.

Es holpert noch in Mecklenburg-Vorpommern: Radfahrer haben noch viele Wünsche

svz.de von
23. Mai 2017, 08:00 Uhr

Die städtischen Radwege-Angebote im Nordosten haben im jüngsten Fahrradklima-Test des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) mit mittelmäßigen Werten zwischen 3,21 und 3,97 abgeschnitten. „Mit einem solchen Notendurchschnitt im Abitur dürfte es mit dem Studienplatz schwer werden“, sagte der ADFC-Landesvorsitzende Martin Elshoff gestern bei der Präsentation der Umfrageergebnisse in Schwerin. Mit den Werten liege MV im Bundesdurchschnitt.

Die Radfahrer in den acht bewerteten Städten im Nordosten bemängelten laut Elshoff vor allem die oft schlechte Führung um Baustellen, unzureichende Mitnahmemöglichkeiten im Nahverkehr und schlechte Ampelschaltungen. Fehlende Sicherheit sei ebenfalls häufig moniert worden, ebenso mangelnde Kontrollen von Falschparkern auf Radwegen. Als besonders positiv sei dagegen die Öffnung von Einbahnstraßen für den Radverkehr hervorgehoben worden, erklärte Elshoff. Die Städte in MV seien da schon sehr weit, wusste der ADFC-Landeschef.

Bundesweit hatten mehr als 120 000 Menschen an der Fragebogenaktion des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs teilgenommen, 1500 davon in Mecklenburg-Vorpommern. Erneut kam Greifswald in der Beurteilung vergleichsweise gut weg. Mit dem Durchschnittswert von 3,30 erreichte die Universitätsstadt unter den bundesweit fast 100 mittelgroßen Städten mit 50 000 bis 100 000 Einwohnern Platz sechs. Besonders positiv seien dort die gute Anbindung an die Innenstadt und der hohe Spaßfaktor ins Gewicht gefallen, erklärte Elshoff. Die Landeshauptstadt dagegen, bei der Auswertung 2014 noch Aufsteiger des Jahres, fiel in der Gunst der Radfahrer zurück. Mit der Note 3,83 fiel die Bewertung leicht schlechter aus als vor drei Jahren. Im bundesweiten Ranking für Städte zwischen 50 0000 bis 100 000 rutschte Schwerin vom 49. auf den 98. Platz ab. „Es ist sehr ernüchternd, wo wir gelandet sind“, sagte Schwerins ADFC-Vertreter Volker Schulz. Laut Umfrage wünschen sich die Radfahrer in Schwerin vor allem mehr Komfort wie etwa breite und glatte Radwege. In der jüngsten Umfrage erhielt Schwerin in dieser Kategorie nur die
Note 4,3.

Der ADFC-Fahrradklima-Test gilt als größte Befragung zum Radfahren weltweit. Per Fragebogen können die Teilnehmer für ihre Stadt bewerten, ob Radfahren Spaß oder Stress bedeutet, Radwege im Winter geräumt werden und ob sich Radfahrer sicher fühlen. Die Ergebnisse der Erhebung können die Städte als Anregung nutzen, um fahrradfreundlicher zu werden. Wenn sie denn wollen. Für die Landeshauptstadt ist ADFC-Mitglied Volker Schulz eher skeptisch. „Ich vermisse den politischen Mut, den Radverkehr in der Stadt voranzutreiben“, sagte er.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen