Kompromiss bei Streit um Festival "Force Attack" in Stavenhagen : Punker dürfen doch feiern

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Mehrere hundert Festivalbesucher waren bis gestern früh angereist. dpa

Das tagelange Hin und Her um das Punk-Festival "Force Attack" in der Kleinstadt Stavenhagen ist vorerst beigelegt. Die Musikfest werde mit einem Kompromiss über die Bühne gehen, teilten die Veranstalter gestern mit.

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27. Juli 2012, 07:47 Uhr

Stavenhagen | Das tagelange Hin und Her um das Punk-Festival "Force Attack" in der Kleinstadt Stavenhagen (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) ist vorerst beigelegt. Die Musikfest werde mit einem Kompromiss über die Bühne gehen, teilten die Veranstalter nach Abstimmung mit der Stadt und der Polizei gestern mit. Demnach sollen die Teilnehmer auf einer Wiese in der Nähe ihre Zelte aufschlagen und das Tankhaus-Gelände nicht mehr zum Übernachten, sondern nur als Konzertort genutzt werden.

"Alle Seiten waren sich einig, dass es zu keiner Eskalation kommen soll", sagte Stavenhagens Bürgermeister Bernd Mahnke (parteilos), der das Festival aus Sicherheitsgründen zunächst untersagt hatte. "Die Veranstaltung kann stattfinden", teilte Mahnke mit. Ein Hintergrund des Kompromisses war, dass bis gestern Nachmittag deutlich weniger Gäste gekommen waren als zunächst angekündigt. Bei Temperaturen um 30 Grad und Sonne pur waren erst mehrere hundert Gäste angereist. Die Veranstalter hatten von rund 2600 verkauften Karten gesprochen. Die Polizei war mit einem Großaufgebot am Ort.

Damit geht eine einwöchige Odyssee der Punkfans zu Ende. Das Festival hatte über Jahre in Klingendorf bei Rostock stattgefunden, durfte dort aber wegen Sicherheitsproblemen nicht wieder seine Zelte aufbauen. Veranstalter Imre Sonnevend wollte dann nach Berlin gehen, was auch scheiterte.

Dann kam plötzlich das seit Monaten leerstehende und sanierungsbedürftige Tankhaus in Stavenhagen ins Spiel, aber niemand hatte die Stadt gefragt. Bürgermeister Mahnke verlangte ein Sicherheitskonzept, das aber nicht vorgelegt wurde. Stattdessen wurde die Veranstaltung als "private Soliparty" deklariert. Trotz des Streits waren aber bis gestern Morgen schon mehrere hundert Punkfans angereist, blockierten die Zufahrt zum Tankhaus und kauften einige Märkte fast leer - vor allem alkoholische Getränke.

"Es war nichts zu Essen oder zu Trinken da, auch Toiletten fehlten, die jungen Leute können einem leid tun", erklärte Mahnke. Die teilweise von weit her angereisten Jugendlichen seien aber friedlich geblieben, sagte Mahnke. Einige der bunt gekleideten und typisch frisierten jungen Frauen und Männer wollten aber nicht warten und reisten schon gegen Mittag per Zug wieder ab.

Die Polizei sicherte den ganzen Freitag über mit einem Großaufgebot das Gelände und den Bahnhof, kontrollierte auch die vollen Einkaufskörbe, die die Punker quer durch die Stadt schoben. Veranstalter Sonnevend beklagte, Hotels in der Stadt seien vom Ordnungsamt angewiesen worden, keine Besucher der Punk-Veranstaltung aufzunehmen. Zudem habe die Polizei zeitweise Besucher daran gehindert, am Bahnhof Stavenhagen aus Zügen zu steigen. Unter Vermittlung des Neubrandenburger Polizeichefs Hanno Lüders wurde schließlich am frühen Nachmittag ein Kompromissvorschlag erarbeitet, den alle Seiten abnickten.

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