PSV Rostock raus aus den Schulden

Neuer Fitnessraum des PSV: Geschäftsführerin Sabine Collin präsentiert stolz das neue Zuhause des Sportvereins in der Bonhoefferstraße. Sophie Pawelke
Neuer Fitnessraum des PSV: Geschäftsführerin Sabine Collin präsentiert stolz das neue Zuhause des Sportvereins in der Bonhoefferstraße. Sophie Pawelke

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23. Mai 2012, 09:30 Uhr

Rostock | Der Polizeisportverein (PSV) Rostock ist schuldenfrei. Knapp sieben Jahre nachdem der größte Breitensportverein des Landes in die Insolvenz gerutscht war, hat das zuständige Amtsgericht das Verfahren jetzt aufgehoben. Voraussetzung dafür war die Zusage des Finanzamts, auf Steuern aus dem Verkauf der Scandlines-Arena zu verzichten. Die 130 Gläubiger hatten dem Insolvenzplan schon lange vorher zugestimmt.

Heute nun soll eine Delegiertenversammlung dem PSV eine neue Satzung geben. "Die Vertreter werden das Fortbestehen des Vereins beschließen und einen Vorstand wählen", sagt Geschäftsstellenleiterin Sabine Collin. Letzterer soll aus drei Mitgliedern bestehen, die "weder persönliche noch wirtschaftliche Interessen verfolgen", so Collin. Denn genau das habe den Verein in die Schuldenfalle getrieben.

In diesem Zusammenhang habe auch der Aufsichtsrat komplett versagt. Das Gremium soll ganz abgeschafft werden. Doch das stößt intern auf Kritik. "Das halte ich für gefährlich", sagt Ringer-Trainer Stephan Beilke. Zwar bemängelt auch er das schwerwiegende Fehlverhalten des Aufsichtsrats in der Vergangenheit, gleichzeitig aber fürchtet er einen zu mächtigen Vorstand. "Nach der Satzungsänderung haben drei Leute allein die Macht, Leute rauszuschmeißen", sagt Beilke. Bislang sei dazu ein zusätzlicher Ausschuss nötig gewesen. Als erstes potenzielles Rauswurf-Opfer sieht er sich selbst, weil er gerne querschieße - beispielsweise gegen die heutige Delegiertenversammlung. "Die Satzungsänderung ist so gravierend, dass sie von allen Mitgliedern beschlossen werden müsste." Das aber sehe die aktuelle Satzung nicht vor, so Collin. Außerdem seien die einzelnen Abteilungen lange im Voraus informiert worden. In Versammlungen haben diese ihre Vertreter für die Konferenz bestimmt.

Nach langer Suche hätten sich auch drei geeignete Kandidaten für den Vorstand gefunden, sagt Collin. Sie alle sind bereits Mitglieder im Verein und seien sich ihrer Verantwortung bewusst. "Wenn etwas schiefgeht, müssten sie als Vorstand mit ihrem persönlichen Vermögen haften", sagt die Geschäftsstellenleiterin. Daher brauche es kluge, mit beiden Beinen fest im Leben stehende Menschen für den Job. Beilke stößt allerdings sauer auf, dass diese Kandidaten vor der heutigen Versammlung nicht bekannt waren. So könne niemand wissen, wen er wählen soll.

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