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Flüchtlinge in MV : Prozessauftakt: Angriff auf Asylbewerber

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Im Prozess um einen Angriff auf drei Asylbewerber schweigen die drei Angeklagten.

svz.de von
erstellt am 08.Dez.2015 | 21:00 Uhr

Im Prozess um einen Angriff auf drei Asylbewerber vor dem Amtsgericht Pasewalk (Kreis Vorpommern-Greifswald) schweigen die drei Angeklagten. Beim Verhandlungsauftakt am Montag äußerte sich weder eine 20-jährige Frau noch ihre 22 und 27 Jahre alten Bekannten zu den Vorwürfen. Wie Staatsanwältin Heilwig Voß erklärte, werden dem Trio gefährliche Körperverletzung und mehrere andere Vergehen wie Fahren ohne Führerschein und Falschaussagen vorgeworfen. Hintergrund des Prozesses ist eine Attacke auf drei Asylbewerber aus Iran und Afghanistan im November 2014 am Bahnhof in Anklam. Von den drei attackierten Ausländern wurde einer nach eigenen Angaben leicht durch Schläge verletzt. „Wir kamen von einem Ausflug mit dem Zug aus Rostock und wurden am Bahnhof plötzlich angesprochen“, sagte der 22-jährige Mann aus Afghanistan. Mehrere Leute aus der Gruppe in Anklam seien mit Bierflaschen in der Hand auf sie zugekommen. Es war dunkel. „Sie haben gesagt, wir sollen Deutschland verlassen“, erinnerte sich der Flüchtling, der inzwischen als Asylbewerber anerkannt sei. Plötzlich habe der Ältere der Angeklagten, der eine Tätowierung auf der Hand habe, ihn geschlagen. An Einzelheiten könne er sich nicht mehr erinnern. Einer seiner Begleiter konnte fliehen, der andere habe ebenfalls eine Auseinandersetzung gehabt.

Der 27-jährige Angeklagte muss sich auch wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr verantworten. Er soll später zweimal mit einem Auto auf einen Asylbewerber zugefahren sein, der sich nach seinen Angaben nur durch Sprünge zur Seite retten konnte. Später sei aber eine Frau aus der Gruppe gekommen, die die Angreifer weggezogen habe, sagte der 22-jährige Geschädigte.

Der 22-jährige Angeklagte wurde in Fußketten vorgeführt. Er sitzt wegen eines anderen Deliktes in Untersuchungshaft. Der Prozess wird sich nach Angaben des Richters Ralph Burgdorf voraussichtlich länger hinziehen als zunächst geplant. Grund seien weitere Verfahren, die mit dem Anklamer Fall verbunden wurden. Am 15. Dezember sollen zunächst Polizeibeamte als Zeugen gehört werden. Mit einem Urteil wird frühestens am 12. Januar 2016 gerechnet.

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

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