Prozess wegen Körperverletzung gegen Boxprofi

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08. September 2009, 09:55 Uhr

Schwerin - Der mehrfach vorbestrafte Profiboxer Jürgen Brähmer steht erneut wegen Körperverletzung vor Gericht. Zu Prozessbeginn am Dienstag bestritt der 30-Jährige vor dem Schweriner Amtsgericht, im vergangenen Jahr zwei Personen tätlich angegriffen zu haben. In einer Schweriner Bar soll er einen Gast am Kopf verletzt, in einer Diskothek einer Frau die Nase gebrochen haben. Brähmer selbst äußerte sich nicht näher zu der Anklage, indessen sagten mehrere Zeugen aus.

Die 34-jährige Geschädigte und Nebenklägerin hatte nach eigenen Aussagen Anfang vergangenen Jahres über einen gemeinsamen Freund mit Brähmer Bekanntschaft geschlossen. Im September dann sei ein Streit eskaliert, nachdem Brähmer sie bei ihrem damaligen Lebensgefährten in Misskredit gebracht hatte. Auf eine SMS hin, die die Frau ihrem Freund geschickt hatte, sei sie von Brähmer in einer Schweriner Diskothek ins Gesicht geschlagen worden. Dabei habe er ihr Nasenbein und -scheidewand gebrochen, sagte die zweifache Mutter, die sich inzwischen von dem damaligen Lebenspartner getrennt hat und in Österreich lebt.

Die Frau wollte nach eigenen Angaben nicht zur Polizei gehen, weil sie auf eine Entschuldigung Brähmers gewartet hatte, sagte sie. Ein Bekannter sei ihr jedoch zuvor gekommen und ohne ihr Einverständnis zur Polizei gegangen. Ein mutmaßlicher Angriff Brähmers auf eben diesen Bekannten ist ebenfalls Teil des auf drei Tage angesetzten Prozesses. Der Boxer soll dem Mann bereits im Mai vergangenen Jahres in einer Schweriner Bar mit Faustschlägen an Kopf und Arm verletzt haben. Außerdem hatte er laut Anklage einen Glasaschenbecher in Richtung des Opfers geworfen.

Seine eigene Anzeige gegen Brähmer hatte der Geschädigte zurückgezogen, warum er hingegen später den Übergriff auf die 34-Jährige zur Anzeige brachte, blieb zunächst unklar. Nach Angaben der Geschädigten war er nicht am Tatort und handelte nicht in ihrem Sinne.

Eine Freundin des mutmaßlichen Opfers sagte in dem Prozess aus, sie habe zwei Wochen nach dem Vorfall bei ihrer Freundin gewohnt. Seit dem Angriff durch Brähmer habe die Geschädigte Angst gehabt und sei unter anderem durch einen Freund des Profiboxers am Telefon bedroht worden. Dieser habe ihrer Freundin "Wahrnehmungsstörungen" vorgeworfen und ihr versucht einzureden, keiner würde ihr "die Geschichte" glauben. "Man hat versucht, sie einzuschüchtern", sagte die gleichaltrige Freundin vor Gericht.

Ein weiterer Zeuge hingegen entlastete Brähmer. Er habe beobachtet, wie die Geschädigte den Inhalt ihres Glases auf Brähmer geschüttet und ein zweites nach ihm geworfen habe, sagte der Mann. Daraufhin habe sein Freund die Frau "weggeschubst", von einem Schlag auf die Nase der 34-Jährigen habe er nichts mitbekommen.

Brähmer war erst im September 2005 auf Bewährung aus der Haft entlassen worden, nachdem er 2002 wegen Körperverletzung verurteilt worden war. Dem war 1998 eine Verurteilung zu einer mehrjährigen Jugendstrafe wegen gemeinschaftlichen Raubes und Körperverletzung vorausgegangen. Nach Angaben des Anwalts der Nebenklägerin war die Bewährung zum Tatzeitpunkt noch nicht abgelaufen.

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